ZWISCHEN GESTALTEN | HELGA GEBERT

Erzählen in Bild und Wort

12|06|2026 - 24|01|2027
Sonder­ausstellung

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Ein Gruppe von Menschen wird durch die Ausstellung geführt.

Morgen | 15.00 Uhr

Die GRIMMWELT von A-Z

Dauerausstellung

Mutter und Kind schauen sich Märchenbücher im Bereich VOLKSMÄRCHEN an.

Erlebnisraum GRIMMWELT

Hier kommen die Brüder Grimm in der Jetzt-Zeit an: Künstlerisch, interaktiv und multimedial vermittelt.

Die Illustration zeigt Aschenputtel. Ein Mädchen mit vielen Vögeln auf Kopf und Schultern.

Helga Gebert, Illustration zum Märchen der Brüder Grimm: »Aschenputtel« (unveröffentlicht, o.J.)

Die Illustration von Hega Gebert zeigt ein Mädchen mit Schwanenflügeln

Helga Gebert, Illustration zu »Umtschegin und die Schwanenmädchen«, in: Woher und Wohin? Märchen der Frauen, Beltz & Gelberg, 1991

Die Illustration zeigt zwei Wölfe und einen Jungen der sich in einen Wolf verwandelt in der Nacht.

Helga Gebert, Illustration zu »Der Knabe, der ein Wolf wurde«, in: Mutabor. Märchen der Verwandlung, Beltz & Gelberg, 1988

Die Illustration von Helga Gebert zu »Östlich von der Sonne und westlich vom Mond« zeigt ein Mädchen und einen Eisbär am Tisch sitzend

H. Gebert, Illustr. zu »Östlich von der Sonne u. westlich vom Mond«, in: Mutabor. Märchen d. Verwandlung, Beltz & Gelberg, 1988

Laufzeit 12|06|2026 - 24|01|2027

Das Erzählen von Geschichten ist ein lebendiger Austausch über Zeiten und Kulturen hinweg. Die erste umfassende Einzelausstellung zur Künstlerin Helga Gebert macht dies anhand ihrer Werke, ihrer Bilder- und Märchenwelten sichtbar. Illustrationen werden zu Orten, an denen Geschichten weitergedacht, hinterfragt und neu geformt werden.

Helga Gebert, 1935 in Freiburg im Breisgau geboren, hat mit ihrem Werk eine beeindruckende Vielfalt an Figuren und Welten geschaffen – ob mit der Illustration bekannter Geschichten aus der Grimm’schen Märchensammlung, aus 1001 Nacht oder mit ihren eigenen Erzählungen. Sie galt in den 1970er und 80er Jahren als eine der wichtigen Figuren der Erneuerung des deutschen Kinder- und Jugendbuches und war eine der Hausautor*innen und Illustrator*innen des damals neu gegründeten Verlags Beltz & Gelberg. Ihr Werk veranschaulicht die feinen Gratwanderungen zwischen vertrauten Traditionen und der Möglichkeit ihrer Erneuerung. Verwandlungen, Perspektivwechsel und Irritationen regen dazu an, die ästhetischen wie erzählerischen Strategien der Künstlerin im Kontext heutiger Diskurse über Märchen- und Erzählkulturen zu befragen.

ZWISCHEN GESTALTEN zeigt das dynamische Wechselspiel zwischen Wort und Bild, zwischen den Illustrationen und überlieferten Stoffen. Dabei wird erkennbar, wie Märchenbilder sich und ihre Bedeutungen verändern und wie sich in ihnen kulturelle Prägungen, Hierarchien und die fortwährende Aneignung von Geschichten einschreiben. So ermöglicht das Werk von Helga Gebert neue Perspektiven auf zeitgemäße Formen des Erzählens.

Momente aus ihrer Biographie, prägende Eindrücke aus ihrem Leben, ihre Inspirationsquellen, Beispiele ihres politischen und sozialen Engagements geben Einblicke in die Lebenswelt der Künstlerin. Möglichkeiten der Interaktion, eine Rätselspur für Kinder und ein Ausstellungskatalog vertiefen die Themen der Ausstellung.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Gestaltungsbüro Gebert & Krüger und wurde kuratiert von Hanna Krüger.

  • Die Geschichte von Dschamila der Meerfrau und ihrem Sohn, dem König Badr Bâsim von Persien - die Illustration zeigt 2 fliegende Menschen

    Helga Gebert, Illustration zu »Die Geschichte von Dschamila der Meerfrau und ihrem Sohn, dem König Badr Bâsim von Persien«, in: Dschamila die Meerfrau. Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, Beltz & Gelberg, 1998

Vita Künstlerin

Helga Gebert

Helga Gebert (*16. Januar 1935 in Freiburg im Breisgau) ist Illustratorin, Malerin, Autorin und Übersetzerin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Märchenbücher, für die sie Illustrationen schuf, eigene Textfassungen erarbeitete und Übersetzungen aus den Originalsprachen ins Deutsche vorlegte. Für ihre Arbeit lernte sie unter anderem Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Arabisch. Ihre Illustrationen reichen von feinen Federzeichnungen und Aquarellen bis zu detailreichen Ölbildern. Neben Buchillustrationen entwarf sie auch Wand- und Bühnenbilder, unter anderem für die Freiburger Kinderklinik und das Wallgraben-Theater Freiburg. Ab 1963 arbeitete sie zudem als Gestaltungstherapeutin in der psychosomatischen Abteilung der Universitätsklinik Freiburg. Seit den 1970er-Jahren prägte sie das Kinder- und Jugendbuchprogramm des Verlags Beltz & Gelberg maßgeblich und engagierte sich gesellschaftlich – in der Anti-Atomkraft-Bewegung ebenso wie in der Freiburger Flüchtlingshilfe.

Ihre Begeisterung für Märchenwelten entwickelte sich bereits in ihrer frühen Kindheit. Helga Gebert wuchs in Freiburg und in einem kleinen Dorf im Südschwarzwald auf, wo eine Tante sie in die Welt der Geschichten, des Malens und des Zeichnens einführte. Nach ihrer Schulzeit studierte sie Malerei an der Staatlichen Akademie der Künste in Freiburg. Seither versteht sie sich als Malerin fantastischer Welten – und ist es bis heute geblieben.

Das Foto zeigt Helga Gebert.

Helga Gebert

Vita

Hanna Krüger 
Hanna Krüger wurde 1979 in Berlin geboren. Sie studierte Produktdesign an der Kunsthochschule Kassel sowie Kulturen des Kuratorischen an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Heute arbeitet sie als Designerin, Ausstellungsarchitektin und Kuratorin; seit fünfzehn Jahren leitet sie gemeinsam mit Jakob Gebert das Designstudio Gebert & Krüger in Kassel.

Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Kulturtechniken, Gestaltung, Kunst und Naturwissenschaften. Charakteristisch ist ein transdisziplinärer Zugang, der künstlerische, gestalterische und kuratorische Perspektiven miteinander verschränkt. Daraus entstehen sorgfältig komponierte, atmosphärisch dichte Ausstellungsprojekte, in denen ästhetische, kulturelle und gesellschaftliche Fragestellungen zu vielschichtigen Erzählräumen verwoben werden.

Mit dem Studio Gebert&Krüger realisierte sie Ausstellungsprojekte u.a. für die Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD), das MAK Wien, die GRIMMWELT Kassel oder die Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns (SNSB).

Jakob Gebert
Jakob Gebert (*1965 in Freiburg im Breisgau) ist Produktdesigner, Ausstellungsarchitekt und Professor an der Kunsthochschule / Universität Kassel. Nach dem Studium an der Hochschule für Gestaltung Basel arbeitete er als selbstständiger Produktdesigner unter anderem für Unternehmen wie Vitra und Nils Holger Moormann. Seit fünfzehn Jahren leitet er gemeinsam mit Hanna Krüger das Designstudio Gebert & Krüger in Kassel. Das Büro kuratiert, gestaltet und realisiert Ausstellungsprojekte für und mit Institutionen, Museen und Hochschulen.

Jakob Geberts Arbeit – in Praxis und Lehre – versteht Gestaltung als Kulturtechnik, die verändernd auf das Verhältnis von Menschen zu ihrem Umfeld einwirkt: als gemeinsame Tätigkeit, die in Zwischenräumen andere Weisen des Wohnens, Arbeitens und Zeigens eröffnet – zwischen Objekt und Architektur, zwischen alltäglichen Situationen und kuratierten Räumen, zwischen institutionellen Rahmen und individueller Aneignung.