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Dreifacher Grund zur Freude: 555.555 Besucher, 5 Jahre GRIMMWELT und 15 Jahre Weltdokumentenerbe

Im Jubiläumsjahr 2020 zu 5 Jahren GRIMMWELT und 15 Jahren UNESCO-Weltdokumentenerbe gibt es einen weiteren Grund zur Freude: Am 22. Oktober begrüßt GRIMMWELT-Geschäftsführer Peter Stohler zusammen mit Katja Blum, Leitung Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, den 555.555sten Besucher.  

Frau Friederike Lennartz-Nouri und Herr Wilfried Reich freuen sich über je eine Ausgabe des Buches »DIE GRIMMWELT« und »STORYTELLING« sowie über einen Gutschein vom Café/Restaurant FALADA, für ein köstliches Märchenfrühstück. Das Paar aus Papenburg ist auf Entdeckungstour in Kassel und hat neben dem Bergpark Wilhelmshöhe auch die GRIMMWELT besucht.  

„Nach unserem fünfjährigen Jubiläum am 4. September 2020 geht es jetzt um die FÜNF: wir begrüßten den 555 555sten Besucher! Diese Zahl soll der Grimmwelt Glück bringen. Dies ist in so schwierigen Zeiten wie heute besonders wichtig. Und natürlich hoffen wir, dass wir in wenigen Jahren dann die erste Million feiern dürfen.“, so Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT.

Wie lässt sich die Erfolgsgeschichte der GRIMMWELT erklären? „Die GRIMMWELT Kassel macht das schöpferische Leben und Wirken der Brüder Grimm einem breiten Publikum zugänglich“, sagt Katja Blum, seit Anfang Oktober in der GRIMMWELT verantwortlich für Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Neben wertvollen Originalen sorgen Ton und Film, multimediale und interaktive Angebote sowie die künstlerischen Installationen für anregende Erfahrungen und so gelang es offensichtlich, alle Altersgruppen von fünf bis 95 Jahre zu verzaubern.

Foto: Kurt U. Heldmann

Die GRIMMWELT Kassel veröffentlicht „Storytelling“, eine Publikation über das Erzählen in der Kunst heute

Die GRIMMWELT Kassel feiert ihr fünfjähriges Jubiläum mit der Publikation „Storytelling“ und hat sich damit ganz und gar dem Thema „Erzählen“ verschrieben. Bis zum heutigen Tag gelten die Brüder Grimm als die bekanntesten deutschen Märchensammler. Weltweit gehören ihre Geschichten, Motive und Figuren zum kulturellen Gedächtnis und inspirieren Künstlerinnen und Künstler immer wieder aufs Neue. Daher forderte die GRIMMWELT Kassel passend zum Jubiläum des Hauses bildende Künstlerinnen und Künstler auf, auf den Spuren der Brüder Grimm zu wandeln und innovative Werke der narrativen Kunst einzureichen. Aus über 400 Einreichungen zum Open Call suchte die Jury zweiundzwanzig internationale Kunstschaffende aus, die das Thema „Storytelling“ besonders treffend dargestellt haben. So geht es auch weniger um das Wort an sich, als um die Narration in der visuellen Gegenwartskunst. Die zweisprachige Publikation (Deutsch-Englisch, 256 Seiten, rund 120 farbige Abbildungen) erscheint im Verlag modo (Freiburg i.Br.) von Peter Stohler und Yvan Sikiaridis herausgegeben. Der einleitende Essay von Peter Stohler zeichnet die Facetten des Erzählens in der Gegenwartskunst auf, vor dem Hintergrund der Renaissance des Erzählerischen seit den 1980er Jahren. Ein Essay von Hannes Brunner, Künstler und Professor für Bildhauerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin, zeichnet Möglichkeiten der räumlichen Inszenierung auf.

Die Publikation versammelt in vier Kapiteln zweiundzwanzig Positionen der Kunstschaffenden, die mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln über Wege des Erzählens nachdenken. „Ein umfunktioniertes Schlecker-Regal? Erzählt von den entführten Schlecker-Kindern und von Hänsel und Gretel (Fritsche/Gottmanns). Oder auch so: Unscharf aufgenommene Fotografien von Flugzeugen im Landeanflug? Erzählt von Männern, die aus Flugzeugen fallen (Karen Stuke). Die Publikation „Storytelling“ zeigt die Bandbreite des Erzählerischen und führt vor, wie mit ganz eigenwilligen Mitteln erzählt wird.“, so Peter Stohler, Herausgeber der Publikation.

Die thematische Publikation „Storytelling“ versammelt neunzehn Interviews und ebenso viele erläuternde Texte zum Werk von Künstlerinnen und Künstlern aus mehreren Ländern, die sich 2019 auf eine Ausschreibung der GRIMMWELT aus Anlass des fünfjährigen Bestehens beworben haben. Darunter befinden sich auch Künstlerinnen und Künstler wie Julia Charlotte Richter oder Rudi Rapf, die in Hessen aufwuchsen oder an einer Kunsthochschule in Hessen studiert haben.

Mit Geschichten Informationen übermitteln – das breit gefächerte Spektrum der vorgestellten Werke reicht von Malerei und Zeichnung über Skulptur, Installation und Fotografie bis hin zu elektronischen Medien. Einblick in die Entstehungsgeschichte der Werke und den künstlerischen Hintergrund geben neunzehn Interviews, in denen die Kunstschaffenden selbst zu Wort kommen. Ein Buch zum Ansehen und Lesen – prallvoll mit Geschichten.

Durch die anschaulichen Interviews öffnet sich das Thema „Storytelling“ mit der Publikation einer breiten Leserschaft, denn der interessierte Kulturliebhaber wird genauso angesprochen wie das geneigte Fachpublikum – aber auch Kunstlaien werden Dank der einführenden Worte der Herausgeber und den informativen Interviews an das Thema herangeführt. Abwechslungsreich werden Gesprächssituationen wiedergegeben und mit Bildern der originalen Arbeiten veranschaulicht. Die besondere Situation um die Corona-Pandemie unterstützte die Möglichkeiten des digitalen Gesprächs und machte die Interviews möglich. Die große Altersspanne der beteiligten Künstler zeigt unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen auf.

Neu an der aktuellen Publikation ist der direkte Austausch mit den Kunstschaffenden und die eigene „Storyline“, die sich dadurch innerhalb der Publikation generiert. „Aus der internationalen, zeitgenössischen Kunst ist das Geschichtenerzählen nicht mehr wegzudenken und das zeigen wir in Storytelling. Im Jahr 2020 ist es nicht alltäglich, so viele unterschiedliche Künstler aus verschiedenen Altersgruppen und Sparten der bildenden Künste für ein Projekt zu vereinen. Für mich war es besonders schön zu sehen, dass die unterschiedlichen von mir interviewten KünstlerInnen so begeistert von dem Projekt der GRIMMWELT Kassel waren und mit so viel Leidenschaft von sich selbst, ihren Arbeiten und ihrer (oft elektronischen) Kunst erzählt haben“ bewertet Yvan Sikiaridis die Arbeit an Storytelling abschließend.

 

Kurz-Informationen Publikation:

Storytelling

Hg. Peter Stohler und Yvan Sikiaridis,

GRIMMWELT Kassel.

Mit Texten von Hannes Brunner, Yvan Sikiaridis

und Peter Stohler.

256 Seiten, 113 Abb., Deutsch / Englisch.

12 x 17 cm, Softcover, Fadenheftung.

19,80 EUR

ISBN 978-3-86833-293-3

Erscheint im Verlag modo, Freiburg i.Br., 2020

Die GRIMMWELT Kassel feiert ihren 5. Geburtstag am 4. September.

Doppeljubiläum 5+15:
5 Jahre GRIMMWELT, 15 Jahre Weltdokumentenerbe

Im Jahr 2020 begeht die GRIMMWELT ein Doppeljubiläum: Die GRIMMWELT Kassel feiert als weltweit größtes Ausstellungshaus zu den Brüdern Grimm am 4. September ihren 5. Geburtstag. Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT Kassel: „Fünf Jahre Grimmwelt; das sind weit über eine halbe Million Besucherinnen und Besucher – aus der Stadt, aus Hessen, aus Deutschland und der ganzen Welt. Ich sage es gerne: Die Ausstrahlung der Grimmwelt reicht von Kassel bis Korea und zurück. Dabei sind es die einzigartigen kulturhistorischen Themen, die Märchen und die Sprachforschung, die uns bis heute an den Brüdern Grimm faszinieren und auch in Zukunft ein breites Publikum ansprechen werden.“ Zugleich jährt sich die Anerkennung der Kinder- und Hausmärchen als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Das doppelte Jubiläum ist Anlass für einen thematischen Jahresschwerpunkt, der sich inhaltlich der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmet. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier in der digitalen Videobotschaft dazu: „Die Grimmwelt verbindet gestern, heute und morgen. Das ist notwendig, wenn man verstehen will, warum die Dinge so geworden sind, wie sie heute sind, ist es gut, wenn man weiß, wo man herkommt – damit man die Dinge ein wenig einordnen kann. Und es ist gut, wenn man diese Linien kennt, damit man einen Kompass für die Zukunft hat. Deshalb ist die Grimmwelt weit mehr als ein Museum – es ist etwas, wo man eintauchen kann, wo man die Geschichte erkennen kann und wo wir auch ein Stück von uns selbst erkennen können.“

Die GRIMMWELT Kassel erreichten bereits zahlreiche Grußworte von Wegbegleitern, zu sehen ab 01.09.2020 unter https://www.grimmwelt.de/jubilaeum-5-15/

Die GRIMMWELT Kassel feiert 15 Jahre UNESCO-Weltdokumentenerbe:

Am 17. Juni 2020 jährt sich die Eintragung der Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm in die Liste des Weltdokumentenerbes zum 15. Mal. Sie sind das Herzstück der Dauerausstellung der GRIMMWELT Kassel. Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT: „Was die Kronjuwelen für London sind, sind die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm für Kassel. Seit 15 Jahren gehören sie laut UNESCO in Paris zum Gedächtnis der Menschheit – auf Englisch: „Memory of the World“ – und werden auf Deutsch als „Weltdokumentenerbe“ bezeichnet. Die Grimm’schen Handexemplare gehören genauso zum Weltdokumentenerbe wie das handschriftliche Tagebuch der Anne Frank (Anne Frank Haus, Amsterdam) oder das Archiv des Filmemachers Ingmar Bergmann (Swedish Film Institute, Stockholm). Die GRIMMWELT ist stolz darauf, seit ihrer Eröffnung im Jahr 2015 fünf Handexemplare in einer eigens gefertigten Vitrine zeigen zu dürfen – es sind bei Weitem die wertvollsten Exponate in der Dauerausstellung.“

Es handelt sich bei den Handexemplaren um die beiden Bände der ersten (1812) und der zweiten (1815) Auflage, wovon letztere noch einen eigenen Anmerkungsband erhielten. Es war hauptsächlich Wilhelm Grimm, der in zahlreichen Überarbeitungen den heute bekannten Stil der Kinder- und Hausmärchen schuf. „Jacob und Wilhelm Grimm überarbeiteten viele ihrer Werke immer wieder, selbst bereits gedruckte Bücher. Sie ließen deshalb die Kinder- und Hausmärchen für ihre Forschungszwecke in Bänden mit einem breiten Rand drucken, der Raum für handschriftliche Anmerkungen enthielt. Auf diesem kommentierten, änderten und ergänzten sie den gedruckten Text für weitere Auflagen, hielten aber auch die Namen derjenigen Personen fest, die ihnen die Märchen übermittelt hatten. Grausamkeiten wurden gestrichen, damit die Märchen kindgerechter wurden.“, erzählt Dr. Sabine Schimma, Mitarbeiterin im Bereich Ausstellungen/Publikationen der GRIMMWELT Kassel.

Für Forscher ist besonders der Anmerkungsband von 1822 mit seinen handschriftlichen Randnotizen interessant. "Diese sogenannten Handexemplare geben nicht nur wertvolle Einblicke in die frühe Redaktionsgeschichte der Märchen, sie bezeugen auch die unausgesetzten Forschungen beider Brüder zur Überlieferung der Volkspoesie und lassen dabei deren individuelle Anteile und Forschungsschwerpunkte sichtbar werden. Schließlich sind die Einträge zur Herkunft der Märchen die wichtigsten Hinweise auf die in den Druckfassungen nicht erwähnten Märchenbeiträger.", so Prof. Dr. Holger Erhardt, deutscher Germanist und Inhaber der Professur "Werk und Wirkung der Brüder Grimm" an der Universität Kassel.

Kulturgeschichtlich sind diese Bände besonders wertvoll, weil die handschriftlichen Eintragungen den Entstehungsprozess der Kinder- und Hausmärchen dokumentieren, gelten diese doch als erste systematisch und wissenschaftlich aufbereitete Märchensammlung weltweit. Das ist der Grund, weshalb die UNESCO die Handexemplare 2005 zum Weltdokumentenerbe erhob.

 

7 Fragen – 7 Antworten:

Warum haben die Grimms Kinder- und Hausmärchen gesammelt?

Mit den Kinder- und Hausmärchen und auch der Sagensammlung wollten sie zur Besinnung auf nationale Kultur und ihre Besonderheiten, besonders in der Zeit der napoleonischen Feldzüge beitragen.

Was ist ein „Handexemplar“?

Ein Handexemplar ist ein Sonderdruck (gedrucktes Buch) mit breitem Korrekturrand. Auf diesem tragen die Autoren bzw. Herausgeber Änderungen, Anmerkungen und Ergänzungen für die Überarbeitung ein. Es ist also eine Kombination aus gedrucktem und handgeschriebenem Wort. Diese mediale Kombination ist von Handschriften abzugrenzen, nach denen bei uns immer wieder gefragt wird, die wir aber nicht bieten.

Durch den Versuch einer originalgetreuen Wiedergabe waren die Bücher anfangs nur schwer zu lesen. Wilhelm Grimm überarbeitete immer wieder, um Literatur publikumsfreundlicher zu machen, Wilhelm setzte sich in diesem Punkt gegen Jacob durch, der die Märchen unbearbeitet lassen wollte.

Wie viele Handexemplare gibt es?

In der GRIMMWELT gibt es persönliche Arbeitsexemplare der Erstausgaben der beiden Teile der Kinder- und Hausmärchen 1812 und 1815 sowie der zweiten Ausgabe von 1819 und 1822 und dem dazugehörigen Anmerkungsband mit handschriftlichen Anmerkungen und Änderungen der Grimms.

Gibt es die Handschriften noch, nach denen die Bücher herausgegeben wurden?

Ja. Die Brüder haben diese Schriften Ende Oktober 1810 Clemens Brentano geschickt. Nach Brentanos Tod gingen die Schriften an einen Abt, der sie an das elsässische Trappistenkloster Ölenberg weitergab. Dort wurden sie im Ersten Weltkrieg wiederentdeckt. 1953 wurden die Handschriften in New York versteigert und von der Fondation Martin Bodmer in Cologny-Genf erworben. Bodmer (1899 – 1971) war Schweizer Privatgelehrter, Sammler und Mäzen. Sie befindet sich heute in der von ihm gegründeten Bibliotheca Bodmeriana in Cologny bei Genf.

Jacob Grimm hatte mehr als 48 Texte der Kinder- und Hausmärchen geschrieben (Zahl nicht mehr klar auszumachen), Wilhelm 14 und verschiedene Gewährsleute 7.

Warum wurden die Handexemplare von der UNESCO ins Weltdokumentenerbe aufgenommen?

 „Die „Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“ sind neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit am meisten verbreitete Buch deutscher Sprache. Sie sind zugleich die erste systematische Zusammenfassung und wissenschaftliche Dokumentation der mündlich überlieferten europäischen und orientalischen Märchentraditionen.

Die Grimm’schen Märchen wurden in über 160 Sprachen aller Erdteile übersetzt. Sie gleichen einem Hohlspiegel, der die durch mehrere Kulturen geprägten Märchentraditionen einfängt, in neuer Form zusammenfasst, bündelt und so zurückstrahlt, dass eine neue Tradition daraus erwächst und weltweite Wirkung entfaltet. Die Einzigartigkeit und globale Strahlkraft dieser Sammlung geht darauf zurück, dass die Brüder Grimm über deutsche und europäische Bezüge hinaus gingen und ein fast universelles Muster völkerübergreifender Märchenüberlieferung geschaffen haben.

Die bedeutendste erhaltene Quelle für die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Grimm’schen Märchen sind die Kasseler Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen mit zahlreichen eigenhändigen Ergänzungen und Notizen der Grimm-Brüder."

(Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission, www.weltdokumentenerbe.de)

Weitere Gründe für Aufnahme

  • Weil sich an ihnen die Schritte/Genese der Märchen ab der ersten Ausgabe 1812/1815 bis zur Ausgabe „letzter Hand“ 1857 nachvollziehen lassen. Besonders Wilhelm Grimm hat die Märchen immer wieder überarbeitet.

  •  Sie sind „Materialien zur Geschichte der deutschen Poesie“ (Hans-Georg Schede), diese Bücher sollten so unverfälscht wie möglich bewahren, was um 1800 als lebendig fortwirkende volkstümliche Erzähltradition verloren zu gehen schien. So enthält der erste Band der Kinder- und Hausmärchen noch philologische Anmerkungen

Welche vergleichbaren anderen Bücher sind dort auch enthalten?

Logbücher von James Cook, die Goldene Bulle und die Gutenberg-Bibel

Wie hoch ist die Auflage der Kinder- und Hausmärchen?

Erstauflage: 1. Bd. ca. 1.000 Exemplare, 2. Bd.: 1.000 Exemplare

 

Kurzbiographien

Prof. Dr. Holger Ehrhardt (*1964 in Sonneberg) ist ein deutscher Germanist und Hochschullehrer. Von 2012 bis 2018 war er Inhaber einer Stiftungsprofessur für Werk und Wirkung der Brüder Grimm an der Universität Kassel, seit 2018 ist er dortaußerplanmäßigen Professor für Germanistik mit dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Werk und Wirkung der Brüder Grimm.

Dr. Sabine Schimma (*1969 in Spremberg) ist seit 2017 Mitarbeiterin im Bereich Ausstellungen/Publikationen der Grimmwelt Kassel. Zuvor arbeitete sie an der Bauhaus-Universität Weimar und als Kuratorin in der Klassik Stiftung Weimar.

Peter Stohler (*1967 in Belp (CH)), studierte Kunst- und Filmwissenschaft und Kulturmanagement in Amsterdam, Basel, London und Zürich. Er war Kurator des Hauses für Kunst Uri in Altdorf (CH), Direktor des Centre pour l’Image Contemporaine in Genf (CH) und des Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona (CH). Von 2007 bis 2013 leitete er die Förderung von Kulturprojekten im Kanton Basel-Stadt. Seit 2019 Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT in Kassel.

 

Bildnachweise:

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Jacob und Wilhelm Grimms »Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen« von 1812/1815 sind in der GRIMMWELT zu sehen. ©GRIMMWELT Kassel, Foto: Daniel Rothen

obere Reihe v.l.n.r:

"Kinder- und Haus-Märchen.
Gesammelt durch die Brüder Grimm"

Handexemplare der Erstausgabe mit zahlreichen handschriftlichen Kommentaren, Anmerkungen und Ergänzungen
Berlin: Realschulbuchhandlung, Band 1 von 1812 (rechts) und Band 2 von 1815 (links)

untere Reihe v.l.n.r:

"Kinder- und Haus-Märchen.
Gesammelt durch die Brüder Grimm.
Mit zwei Kupfern"

Handexemplare der zweiten, vermehrten und verbesserten Auflage mit zahlreichen handschriftlichen Kommentaren, Anmerkungen und Ergänzungen
Berlin: Georg Reimer, Band 1 von 1819 (links) und 2 von 1822 (mittig), sowie Anmerkungsband (rechts)

 

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Kinder- und Hausmärchen mit handschriftlichen Notizen, ©Stadt Kassel

 

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Jacob und Wilhelm Grimms »Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen« von 1812/1815. ©Stadt Kassel

 

Presseinformationen zum Download hier

Gold für die Ausstellung »FinsterWald« beim Wettbewerb des Art Directors Club

In Kooperation mit dem Kreativstudio URBANSCREEN aus Bremen gewinnt die GRIMMWELT Kassel mit der bisher erfolgreichsten Sonderausstellung »FinsterWald« (Laufzeit vom 10. April bis 06. Oktober 2019) Gold in der Kategorie »Exhibition Experience themenbezogen: Ausstellung« des diesjährigen Kreativwettbewerbs des Art Directors Club für Deutschland. Die von Mirko Zapp kuratierte Ausstellung zog insgesamt rund 30.000 Besucher an und ist die die bisher erfolgreichste Ausstellung der GRIMMWELT. Friedrich Liechtenstein kommentiert in der live-online Preisverleihung: »FinsterWald - große Geschichte aus Kassel. (…) Grimm finde ich gut, ist immer gut. Kassel auch, krass, krasser Ort, toll, also insgesamt sehr, sehr gut und berechtigt. Der Preis sehr berechtigt.« Bereits im November 2019 wurde die Ausstellung vom Deutschen Designer Club im Wettbewerb »Gute Gestaltung 2019« in der Kategorie »Spaces« mit Bronze ausgezeichnet.


»Fantastisch! Zusammen mit der Dauerausstellung des Futuriums in Berlin mit Gold ausgezeichnet zu werden freut uns sehr! Beeindruckend war die besonders gute Zusammenarbeit zwischen der Kreation und der Umsetzung, sowie das große Engagement aller Beteiligten, um digital eine emotionale und immersive Ausstellung zu erschaffen«, so Manuela Greipel, in der GRIMMWELT verantwortlich für das Projektmanagement der Ausstellungen, sowie für Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit – zusammen mit Mirko Zapp realisierte sie die Ausstellung.


Die bisher erfolgreichste Sonderausstellung »FinsterWald« begeisterte 2019 insgesamt rund 30.000 Besucher. 18 lichtstarke Projektoren, zahlreiche Lautsprecher und rund 1,5 km Kabel verwandelten 330 m² Ausstellungsfläche in einen begehbaren Märchenwald: In der Erlebnis-Ausstellung »FinsterWald« wurden die Besucher selbst Teil der Inszenierung. Der Clou: Die Ausstellung funktionierte ohne Sprache und Objekte, sie war sprach- und kulturübergreifend verständlich.


Wer die Schwelle zum »FinsterWald« überschritten hatte, verlor sich im märchenhaften Lichtspiel zwischen den Stämmen – ganz so, wie es Rotkäppchen erging. Dieser Wald war ein lebendiges Wesen, wachsend und mäandernd zog er die Besucher buchstäblich in seinen Bann. Der Weg zur magischen Lichtung war bevölkert von rätselhaften Wesen, und sie zeigten, was tief in jedem Einzelnen schlummert: In der multimedialen Rauminstallation gingen die Besucher auf Ihre ganz persönliche, märchenhafte Heldenreise.


Mehr zum »FinsterWald« finden Sie unterf www.grimmwelt.de/finsterwald.
Komponiert wurde der »FinsterWald« von URBANSCREEN, einem Produktionsstudio für interdisziplinäre Medienkunst aus Bremen. Das Studio ist bekannt für seine immersiven Installationen. »Einen digitalen Wald zu erschaffen war für uns gestalterisch und technisch äußerst spannend«, erzählt Majo Ussat, Geschäftsführer von URBANSCREEN. »Um hauptsächlich aus Schriftzeichen einen ästhetischen und lebendigen Wald wachsen zu lassen, haben wir einen eigenen dynamische Algorithmus entwickelt, bestehend aus Designelementen, Typographie und sich selbst generierenden Animationen.«
Über URBANSCREEN: Mit über zehn Jahren Erfahrung bei der Umsetzung von komplexen Medienproduktionen haben URBANSCREEN u.a. bereits die Oper von Sydney, die Rice University in Houston, Texas, oder die Galerie der Gegenwart in Hamburg illuminiert. Weitere Informationen zu Urbanscreen: www.urbanscreen.com
Über den ADC: Der Art Directors Club für Deutschland (ADC) ist ein unabhängiger Verein mit dem Ziel, exzellente kreative Kommunikation zu finden und zu fördern. Der ADC Wettbewerb ist der größte Kreativwettbewerb im deutschsprachigen Raum. Er zählt zu den wichtigsten kreativen Gradmessern in Europa. Mehr unter: www.adc.de

 

 

 

Über 400 Einreichungen im Open Call für die Gruppenausstellung »Storytelling« der GRIMMWELT Kassel

Die Sonderausstellung »Storytelling« vom 3. Juni bis 18. Oktober 2020 wird sich auf den Spuren der »Godfathers of Storytelling« Jacob und Wilhelm Grimm der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmen. Anlass ist das Jubiläum »5+15«: Die GRIMMWELT Kassel feiert als weltweit größtes Ausstellungshaus zu den Brüdern Grimm ihren 5. Geburtstag, zugleich jährt sich die Anerkennung der »Kinder- und Hausmärchen« als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird den thematischen Schwerpunkt »Storytelling« aus weiteren Perspektiven beleuchten.

Über 400 Einreichungen von 399 Künstlerinnen und Künstlern bzw. Kollektiven aus insgesamt 10 Ländern erreichten die GRIMMWELT in der sechswöchigen Ausschreibungszeit bis zum 31.12.2019.

»Die große Anzahl der Einreichungen zeigt uns, dass wir einen Nerv getroffen haben«, so Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT Kassel. »Es ist schön zu sehen, wie viele Künstlerinnen und Künstler die Brüder Grimm auch heute inspirieren. Wir freuen uns über die große und internationale Resonanz – sie zeigt deutlich, dass die GRIMMWELT und das Thema ›Storytelling‹ Strahlkraft über Kassel, Hessen und Deutschland hinaus entfalten.« Eingereicht werden konnten sowohl neue als auch bereits existierende Arbeiten zum Thema. »Rund 28 Prozent neue Arbeiten sind unter den Einreichungen, sodass wir auch als Inkubator und Wegbereiter wirken können. Bis zu 1.500 Euro Zuschuss konnten Künstlerinnen und Künstler für ihre Werke beantragen«, so Peter Stohler weiter.

Mit 357 Einreichungen liegt Deutschland erwartungsgemäß an der Spitze, gefolgt von der Schweiz (42) und Österreich (15). Aber auch Italien, Polen, Russland, die Türkei und USA sind mit einzelnen Einreichungen vertreten. Aus Bundeslandsicht liegt Berlin mit 76 Einreichungen knapp vor Hessen mit 72. Es folgen Nordrhein-Westfalen (49), Baden-Württemberg (40) und Bayern (37). Aus Kassel direkt kommen immerhin 42 Bewerbungen. Mit 250 Einreichungen oder rund 59 Prozent haben Frauen die Nase leicht vorn. Rund ein Fünftel der Einreichungen stammt aus der Altersgruppe unter 30 Jahren – der künstlerische Nachwuchs bezieht also Position.

Einen Schwerpunkt bei den Einreichungen bilden Malerei und Installationen mit jeweils 87 Einreichungen, also je 22 Prozent. Es folgen Audio/Video (63), Illustration (42), Fotografie (37) und Skulptur (27). Performances sind mit 16 Einreichungen vertreten.

Co-Kurator Hannes Brunner, Professor der Bildhauerei an der Weissensee Kunsthochschule Berlin, blickt gespannt auf die Jurysitzung Ende Januar: »Es ist natürlich eine große Freude aus einer so großen Zahl von Einreichungen die besten und passendsten Arbeiten herauszusuchen und zu kuratieren. Das Erzählen als Form der gegenseitigen Vermittlung zu verarbeiten ist auf jeden Fall sowohl entscheidendes Bedürfnis wie auch gestalterisches Mittel, um ›Wahrheit‹ in kulturgesellschaftlichem Spannungen weiterzugeben. Dies ist ganz im Sinne der Forschung und Arbeit der Brüder Grimm. Es verwundert deswegen kaum, dass auf die Ausschreibung ›Storytelling‹ so viele qualitativ gute Positionen eingegangen sind.«

Gerechnet wurde mit ca. 150 Einreichungen für die Gruppenausstellung. Klaus Siebenhaar, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin, erklärt sich die große Resonanz so:
»Die mit der Digitalisierung geschaffenen unbegrenzten Möglichkeiten des Publizierens haben den traditionellen Erzählformen zu neuer Popularität und Attraktivität verholfen: Das zeitgeistgemäße Storytelling bedient sich einerseits der relevanten wie bewährten Erzählmuster und -formate. Andererseits ergeben sich ganz neue, medientechnologisch bedingte Variationen und Erweiterungen wie Visual Storytelling, Multimedia-Storytelling oder Hypertext.«

Begleitprogramm
Im Rahmen des Begleitprogramms werden die gezeigten Werke und das Ausstellungsthema »Storytelling« mit musikalischen Live-Acts, zeitgenössischem Tanz, Poetry Slam, Theater oder Street Art kommentiert. Workshops für Kinder und Jugendliche stehen ebenfalls auf dem Programm.

Die Jury:
Joel Baumann ist seit 2013 Rektor der Kunsthochschule Kassel (KHK), außerdem Professor für Neue Medien an der KHK und Director des kreativen Kollektivs tomato, London. Er studierte Contemporary Media Practise (BA) und Hypermedia (MA) an der University of Westminster in London, UK. In seiner Arbeit konzentriert sich Joel Baumann auf das interaktive Moment, die strategischen Möglichkeiten im Einsatz digitaler Medien und dem Einfluss neuer Medien auf Gesellschaftsformen und Kommunikation. Seine Arbeiten werden im Kontext von Medienausstellungen und in den angewandten Bereichen von Branding und Werbung eingesetzt. Zu seinen Kunden zählen unter anderen Sony, Mitsubishi Motors, AOL, Sharp, Nokia und Redbull. Seine Arbeiten wurde zuletzt im Kasseler Kunstverein, im European Media Arts Festival (Osnabrück) und am Pavlov MediaLab in Groningen ausgestellt.

Hannes Brunner lehrt derzeit als Professor der Bildhauerei an der Weissensee Kunsthochschule Berlin. Bis 2008 war er Chairman des Fine Arts Motion Graphic Program NYIT, New York Institute of Technology, in Abu Dhabi, UAE; davor war er Professor für Projektkunst der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, wo er u.a. das Forschungsprojekt zu einem digitalen Campus ArtKnowledge.net initiierte. Er hat einen Abschluss der ETH Zürich in Architektur und ein Diplom in Fotografie und Bildhauerei der Kunsthochschule Kassel. Hannes Brunner favorisiert ephemere Materialien in Installationen. In seinen kontextbezogenen Kunstprojekten werden verschiedene Medien mit sozialen Prozessen kombiniert, von der digitalen Kommunikation hinein in den realen, physischen Raum. Die Projekte werden international in zeitgenössischen Kunsträumen gezeigt.

Peter Stohler
ist seit Anfang des Jahres neuer Geschäftsführer der GRIMMWELT und als Programmleiter auch für die programmatische Ausrichtung des Hauses verantwortlich. Er stammt aus der Schweiz, studierte in Zürich, Amsterdam und London Kunst- und Filmwissenschaft, Weiterbildungen im Kulturmanagement folgten. Als Beauftragter für Kulturprojekte des Kantons Basel-Stadt förderte er von 2007 bis 2013 Kunst, Film, Videokunst, Fotografie und Musik. Zuvor war er Kurator und Museumsleiter in Zürich, Genf und Altdorf. Bevor er in die GRIMMWELT wechselte, leitete er seit 2013 das Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona direkt am Zürichsee. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zu Kunst, Fotografie und Design der Gegenwart.

Manuela Greipel ist seit 2015 Teil des Teams der GRIMMWELT Kassel und verantwortet das Projektmanagement/Ausstellungen. Sie studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel und realisiert freiberuflich internationale und interdisziplinäre Projekte im In- und Ausland. Sie bewegt sich in den Bereichen Kultur- und Unternehmenskommunikation, sowie den Themenfeldern Gestaltung, digitale Medien und Kommunikation im Raum. Zudem erfüllt sie einen Lehrauftrag an der Hochschule Fulda.

Foto: Sascha Mannel

Erfreuliche Tendenz: Rund 80.000 Gäste haben 2019 die GRIMMWELT besucht, ein Plus von 5 Prozent

Für die GRIMMWELT Kassel ging das Jahr 2019 mit einem Plus von 3759 Besuchern gegenüber dem Vorjahr zu Ende, ein Zuwachs von 5%.

„Wir freuen uns über die positive Tendenz, zu der neben den Sonderausstellungen auch neue Veranstaltungsreihen wie die Märchenstunde mit rund 2.500 Zuhörern sowie die Zunahme externer Veranstaltungen beigetragen haben“, sagt Peter Stohler, Geschäftsführer der GRIMMWELT Kassel.
Insgesamt 78.850 Gäste kamen 2019 in die GRIMMWELT, davon 2.151 zu externen Veranstaltungen. 2018 waren es insgesamt 75.091 Gäste, davon 1.860 bei externen Veranstaltungen.

Erfolgreichster Monat (nach Abzug der Museumsnacht) war in 2019 der Oktober mit 7.411 Besuchern – allein die letzte Woche der Sonderausstellung „Finsterwald“ zog bis zum 6. Oktober 2.581 Gäste in die GRIMMWELT. Diese bisher erfolgreichste Sonderausstellung fand ein neues Publikum und begeisterte insgesamt rund 30.000 Besucher.

Die Museumsnacht am 7. September 2019 zog 11.973 Besucher ins Haus (2018: 18.306), das Wetter spielte 2019 leider nicht so gut mit wie im Vorjahr. Unter den eigenen Veranstaltungen übertraf das Konzert am 26. Januar 2019 mit dem palästinensisch-syrischen Pianist Aeham Ahmat, bekannt als der „Pianist in den Trümmern“, die Erwartungen deutlich und begeisterte rund 180 Besucher. Und auch bei Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss am 6. November 2019 waren es über 150 Gäste.
Die Anzahl externer Veranstaltungen stieg an auf insgesamt 63 Events, wodurch ein Besucherplus in diesem Segment von rund 15% erzielt werden konnte.

Foto: Sascha Mannel

Rückblick auf das Jahr 2019 und Ausblick auf das Jubiläumsjahr 2020, Vorschau 2021


Rückblick auf das Jahr 2019

Märchenstunde jeden Sonntag: über 2000 Besucherinnen und Besucher
Am 6.1.2019 startete die GRIMMWELT ihre neue Veranstaltungsreihe »Grimms Märchenstunde« mit über 120 Besuchern jeden Alters, die gebannt die mitreißende Präsentation der Märchenerzählerin Andrea C. Ortolano verfolgten. Von diesem Datum an wurden jeden Sonntag des Jahres Grimms Kinder- und Hausmärchen erzählt; insgesamt haben bis Ende Oktober 2019 über 2000 Menschen die Märchenstunde besucht.

Gerüchteküche jeden Monat
Ebenfalls neu kam 2019 »Grimms Gerüchteküche« dazu: ein launiger Rundgang über die Eigenheiten und Histörchen der Familie Grimm. Er endet – wie sollte es anders sein – mit Klatsch und Tratsch bei Kaffee und Kuchen und war regelmäßig lange im Voraus ausgebucht.

Die erfolgreichste Ausstellung der GRIMMWELT: »FinsterWald«
Von April bis Oktober 2019 zog die Ausstellung »FinsterWald« über 30 000 Besucher in die GRIMMWELT. Sie war damit die bisher erfolgreichste Sonderausstellung der GRIMMWELT. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Büro Urban Screen (Bremen) umgesetzt und von Mirko Zapp kuratiert. Am 22.11.2019 wurde die Ausstellung zudem vom Deutschen Designer Club im Wettbewerb »Gute Gestaltung 2019« in der Kategorie »Spaces« mit Bronze ausgezeichnet.

Farben im Märchen: aktuelle Ausstellung und thematische Publikation
Am 13.11.2019 startete die aktuelle Sonderausstellung »Rotes Käppchen, blauer Bart. Märchenhafte Farben und Experimente« mit einer Ausstellungseröffnung, die von über 200 Personen besucht wurde. Die Ausstellung gibt nun bis Ostern 2020 Einblicke in die Symbolik der Farben: So können die Besucher zum Beispiel in Frau Holles Goldregen eintauchen und ihren farbigen Schatten suchen.
Zur Ausstellung erschien die zweisprachige Publikation (Deutsch/Englisch) »Rotes Käppchen, blauer Bart. Farben im Märchen/Red Hood, Blue Beard: Colour in Fairy Tales« bei Arnoldsche Art Publishers in Stuttgart. Die 120 Seiten starke Publikation versammelt rund 60 Abbildungen und ein Essay von Sabine Schimma, Kuratorin der Ausstellung, sowie Interviews von Peter Stohler mit Sabine Lutkat, Caroline Capiaghi und Remo Alig, die jeweils persönliche Blickweisen auf das Thema präsentieren.

Besucherzahlen 2019
Insgesamt zeichnet sich ein leichtes Besucherplus ab. Bis Ende Oktober 2019 ist eine Steigerung von ca. 5% zu verzeichnen. Wegen schlechter Witterung ging jedoch die Besucherzahl der Museumsnacht um 6000 Besuche zurück. Ohne diesen Rückgang würde das Besucherwachstum zum heutigen Stand der Auswertungen gegenüber dem Vorjahr 19% betragen.


Ausblick auf das Jubiläumsjahr 2020

Doppeljubiläum: 5 Jahre GRIMMWELT, 15 Jahre Weltdokumentenerbe
Im Jahr 2020 begeht die GRIMMWELT ein Doppeljubiläum: Die GRIMMWELT Kassel feiert als weltweit größtes Ausstellungshaus zu den Brüdern Grimm ihren 5. Geburtstag, zugleich jährt sich die Anerkennung der Kinder- und Hausmärchen als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Dieses doppelte Jubiläum ist Anlass für einen thematischen Jahresschwerpunkt, der sich inhaltlich der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmet.
Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird sowohl die beiden Jubiläen würdigen als auch die künstlerischen Positionen der Sonderausstellung inhaltlich begleiten.

Neu im Jahr 2020:

12 × Märchenstunde international ab 5. Januar 2020
Die Märchenstunde wird 2020 international – auch, weil das Erzählen von Märchen eine weltweit verbreitete Tradition ist und seit 2016 in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört. Anlass genug also, um den Horizont der Märchenstunde zu erweitern und auch den französischen Feenmärchen, den arabischen Sagen aus 1001 Nacht, jüdischen Märchen, Beduinengeschichten und dem Pentamerone – dem »Märchen der Märchen« – Raum zu geben. Los geht es am Sonntag, 5. Januar 2020 um 11.30 Uhr allerdings erst einmal ganz heimatverbunden mit Grimms Märchen auf Kasselänerisch.

»Long Narratives Short«: Jahrestagung des internationalen Verbandes ICOM MPR
Im Jubiläumsjahr findet die Tagung des internationalen Verbandes ICOM MPR (Marketing und Public Relations, Präsident: Matthias Henkel) in Kassel (21.–23.9.2020) und in Berlin statt (24.–26.9.2020). Die Tagung für Museumsfachleute widmet sich den Techniken des Erzählens im Kulturbetrieb und bietet in Kassel drei Tage mit Referaten, Praxisberichten und Ausstellungsbesuchen, bevor sie nach Berlin weiterzieht.

Storytelling: Die GRIMMWELT sucht erzählerische Positionen
Die Brüder Grimm sind die »Godfathers of Storytelling«: Ihre Märchen und Figuren gehören zum globalen kulturellen Gedächtnis, haben große integrative Kraft und inspirieren Künstlerinnen und Künstler sämtlicher Disziplinen weltweit immer wieder aufs Neue. Eine Sonderausstellung (Juni–Oktober 2020) wird thematisch an die historischen Forschungen der Brüder Grimm anknüpfen und – wie es die GRIMMWELT als Institution durchwegs anstrebt – den Bogen zur Jetztzeit schlagen.
Noch bis zum 31.12.2019 können sich Künstlerinnen und Künstler beim Open Call der GRIMMWELT für die Teilnahme an der Gruppenausstellung »Storytelling« bewerben. Die Einreichungen werden juriert (Jury: Joel Baumann, Rektor Kunsthochschule Kassel, Manuela Greipel, Projektleiterin, Hannes Brunner, Peter Stohler) und vom Kuratorenduo Hannes Brunner (geb. 1956 in Luzern/Schweiz; Künstler, Professor für Bildhauerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin) und Peter Stohler (geb. 1967 in Belp/Schweiz, Kunst- und Filmwissenschaftler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT) zu einer Schau zusammengestellt. Diese wird im rund 250 Quadratmeter großen Raum für Wechselausstellungen eingerichtet.

Die GRIMMWELT schenkt sich Blumen: Zusammenarbeit mit »Flower to Arts«
Zum Abschluss des Jubiläumsjahres 2020 schenkt die GRIMMWELT sich und den Besucherinnen und Besuchern Blumen. In Zusammenarbeit mit dem Verein »Flowers to Art/Blumen für die Kunst«, der seit vielen Jahren eine erfolgreiche Ausstellung in Zusammenarbeit mit Floristinnen und Floristen in Aarau (Schweiz) ausrichtet, kommen sowohl Blumen- als auch Grimmliebhaber auf ihre Kosten. Die Ausstellung mit verwelkenden Blumen ist auf kurze vier Wochen begrenzt (Dezember 2020 bis Anfang Januar 2021).

Vorschau 2021

Die Collagekünstlerin Sabine Hertig – eine besessene Bildersammlerin
Seit rund zehn Jahren arbeitet die Künstlerin Sabine Hertig (geb. 1982 in Basel/Schweiz) an Collagen, die sie seit ihren bescheidenen Anfängen zu riesenhaften, malerisch wirkenden Grossformaten gesteigert hat. Mit den Brüdern Grimm verbindet die an der Kunsthochschule in Basel ausgebildete Collagekünstlerin die Sammelleidenschaft und Besessenheit, mit der sie Tausende von Bildern aus Magazinen und Büchern ausschneidet, um daraus neue Werke zu schaffen. 2019 ist ein Film erschienen, der ihre Arbeitsweise dokumentiert (»Scrap – Exploring the Edge«, Regie: Angelo Lüdin, 65 Min.), und im Vorjahr eine erste, umfassende Publikation zu ihrem Werk (»Sabine Hertig. Scrap – Analoge Collagen«, Christoph Merian Verlag, Basel 2018). Die Ausstellung wird in der ersten Jahreshälfte 2021 zu sehen sein.

PRESSEPAKET zum Download (7MB)

Rotes Käppchen, blauer Bart

Märchenhafte Farben und Experimente in der neuen Ausstellung der GRIMMWELT Kassel, vom 13.11.2019 bis 13.04.2020

Am 13.11.2019 eröffnet die GRIMMWELT Kassel ihre neue Sonderausstellung »Rotes Käppchen, blauer Bart – märchenhafte Farben und Experimente«. Sie widmet sich einem bislang wenig erforschten Thema: Die Welt der Märchen ist bunt, doch Farben werden in ihnen überraschend sparsam eingesetzt. Trotzdem – oder gerade deswegen – stechen sie sofort ins Auge: Weißer Schnee kontrastiert mit rotem Blut, ein blauer Bart schimmert unheimlich, ein kleines rotes Käppchen prägt eine komplette Märchenfigur. Die Ausstellung »Rotes Käppchen, blauer Bart« geht den symbolischen und kulturhistorischen Bedeutungen von Farbe nach und schlägt den Bogen von Newton über Goethe, Runge und die Grimms bis zur Typberatung unserer Tage.

Zu der Zeit, als die Brüder Grimm und der Däne Hans Christian Andersen ihre berühmten Märchensammlungen publizierten, erlebte die naturwissenschaftliche Forschung rund um die Physik der Farbe und das menschliche Sehen ebenso eine Blütezeit: Philipp Otto Runge und Johann Wolfgang von Goethe publizierten zeitgleich 1810 ihre Farbforschungen – und sie dichteten bzw. sammelten Märchen. Die Welt der Märchen ist bunt, doch Farben werden in ihnen überraschend sparsam eingesetzt. Trotzdem – oder gerade deswegen – stechen sie sofort ins Auge: Weißer Schnee kontrastiert mit rotem Blut, ein blauer Bart schimmert unheimlich, ein kleines rotes Käppchen prägt eine komplette Märchenfigur. Die Ausstellung »Rotes Käppchen, blauer Bart« geht den symbolischen und kulturhistorischen Bedeutungen von Farbe nach und schlägt den Bogen von Newton über Goethe, Runge und die Grimms bis zur Typberatung unserer Tage. »Das Zusammentreffen von Forschung und Phantasie in der Romantik nimmt die Ausstellung zum Anlass, um der Bedeutung von Farben im Märchen nachzugehen: Warum trägt Rotkäppchen ausgerechnet Rot, und weshalb wirkt ein blauer Bart befremdlich?« so Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT Kassel.

Zweifelsfrei – ohne Farben wäre die Welt eine andere, trist und grau oder sogar gänzlich schwarz-weiß. Farben machen unser Leben bunt und verzaubern uns, ganz besonders im Märchen. Hier sind sie zugleich selten und doch überall zu finden: Rotkäppchens berühmte Kopfbedeckung, die nicht minder bekannten Haare von Schneewittchen, Rapunzel und Blaubart oder sehr materiell im Goldklumpen von Hans im Glück. »Die symbolische und kulturhistorische Bedeutung von Farben hat sich oft über Jahrhunderte hinweg entwickelt. Ob bei den Brüdern Grimm, Andersen oder Goethe: Farben werden nicht zufällig gesetzt, sondern haben eine tiefere Bedeutung«, so Dr. Sabine Schimma, Kuratorin der Ausstellung. Doch diese Bedeutung ist keineswegs immer eindeutig und kann abhängig vom konkreten Auftreten der Farben sehr unterschiedlich ausgelegt werden. »Mit der Ausstellung wagen wir dieses Experiment: Wir präsentieren die Symbolik der einzelnen Farben an Beispielen historischer Grafiken und Buchillustrationen und machen sie für den Besucher erfahrbar in Simulationen wie Frau Holles Goldregen oder dem Unendlichkeitsspiegel der blauen Blume der Romantik«, so Schimma weiter. Und die Ausstellung bietet noch eine weitere Ebene: spannende Farbversuche des 19. Jahrhunderts mit Prismen und farbigen Schatten als unterhaltsame Mitmachstationen für Klein und Groß. Die farbenfrohe Kombination aus Märchenbildern, Spielen und Experimenten der damaligen Zeit garantiert eine kurzweilige Entdeckungsreise in ein bisher wenig untersuchtes Thema.

Laufzeit:
13.11.2019 – 13.04.2020

Öffnungszeiten:
Di – So von 10 bis 18 Uhr, Fr 10 bis 20 Uhr, Mo geschlossen.


PRESSEMITTEILUNG

11.11.2019 - Pressemitteilung zur Eröffnung (PDF)

11.11.2019 - Beteiligte

11.11.2019 - Begleitpublikation

11.11.2019 - Begleitveranstaltungen

11.11.2019 - alle Texte

PRESSEBILDER

Die Fotos zum Download sind als JPGs mit 300dpi druckfähig. High Res schicken wir Ihnen gern per WeTransfer. Bitte senden Sie uns eine E-Mail an presse(at)grimmwelt.de.

Die Bilder sind honorarfrei im Kontext der Berichterstattung über die GRIMMWELT Kassel in Verbindung mit dem folgenden Nachweis zu verwenden: ©GRIMMWELT Kassel, Foto: N. Klinger

11.11.2019 - Pressefotos (ZIP, 29 MB)

11.11.2019 - BUs (PDF, 3 MB)

11.11.2019 - Fotostrecke Farben und ihre Bedeutung (ZIP, 8 MB)

Die Ausstellung „Rotes Käppchen, blauer Bart“ erkundet den Symbolgehalt von Farben. Mitmachelemente, historische Experimente und zahlreiche farbige Illustrationen entführen in die Welt der Farben und Märchen. © N. Klinger

Farben werden in Märchen eher sparsam, dafür aber oft symbolgeladen eingesetzt. Die Pech-Marie wird für ihre Faulheit bestraft, während die Gold-Marie belohnt wird. © N. Klinger

Bunt illustrierte Schulwandbilder wie dieses zu Grimms Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ hatten durchaus erzieherische Aufgabe. © N. Klinger

An der Magnetwand können eigene Märchen und Geschichten mit farbigen Akzenten gestaltet werden. © N. Klinger

Rotes Käppchen, blauer Bart – Märchenhafte Farben und Experimente zeigt die Ausstellung der GRIMMWELT Kassel vom 13.11.2019 bis 13.04.2020. © N. Klinger

Farben illustrieren nicht nur, sie bilden auch Strukturen, Ordnungen oder Spielregeln ab. © N. Klinger

Der Blaubart ist sicher eine der unheimlichsten Märchenfiguren. Der befremdliche blaue Bart macht die drohende Gefahr nach außen sichtbar. © N. Klinger

Blau steht auch für die Unendlichkeit, die unerfüllbare Sehnsucht, deshalb ist die blaue Blume Sinnbild der Romantik. © N. Klinger

Für Novalis war die blaue Blume auch Sinnbild für den Verlust seiner Verlobten, für die unerfüllte Liebe. © N. Klinger

Schwarz steht im Märchen für Tod und Teufel, Unglück und Verderben, das Böse und Schlechte – die faule Marie wird in Grimms Märchen „Frau Holle“ zur Strafe mit Pech übergossen. © N. Klinger

Als die Brüder Grimm ihre berühmten Märchensammlungen publizierten, erlebte auch die naturwissenschaftliche Forschung rund um Farbe und das menschliche Sehen eine Blütezeit: Philipp Otto Runge und Johann Wolfgang von Goethe publizierten zeitgleich 1810 ihre Farbforschungen – und sie dichteten bzw. sammelten Märchen. © N. Klinger

Schneewittchen ist der Inbegriff von Reinheit und Unschuld. Diese Eigenschaften sind in der Farbe Weiß symbolisiert. Aber auch das Besondere und Heilige wird durch diese Farbe versinnbildlicht. © N. Klinger

Dr. Sabine Schimma, GRIMMWELT Kassel, Kuratorin der Ausstellung © N. Klinger

Peter Stohler, Geschäftsführer GRIMMWELT Kassel, Foto: Judith Schönenberger, Schweiz

FinsterWald

Auf Heldenreise durch den »FinsterWald« – Ausstellung entführt die Besucher in einen Märchenwald aus Licht und Schatten

Ab 10.04.2019 in der GRIMMWELT Kassel

18 lichtstarke Projektoren, zahlreiche Lautsprecher und rund 1,5 km Kabel verwandeln 330 m² Ausstellungsfläche in einen begehbaren Märchenwald: Am Mittwoch, 10.04.2019, eröffnet die GRIMMWELT Kassel die neue Erlebnis-Ausstellung »FinsterWald«. In der multimedialen Rauminstallation gehen die Besucher auf märchenhafte Heldenreise und werden selbst Teil der Inszenierung. Der Clou: Die Ausstellung funktioniert ohne Sprache und Objekte, sie ist sprach- und kulturübergreifend verständlich.

18 lichtstarke Projektoren, ebenso viele Media-Player, zahlreiche Lautsprecher und rund 1,5 km Kabel verwandeln 330 m² Ausstellungsfläche in einen begehbaren Märchenwald aus generativem Design. Über 300 Stunden dauerte das Rendern der Sequenzen, alle 20 Minuten startet die fertige Produktion. Einsteigen kann man zu jeder Zeit, die Ausstellung erzählt non-linear. Wer jede einzelne Szene in Gänze sehen will, muss über drei Stunden Zeit mitbringen. Der Clou der immersiven Produktion: Die Ausstellung ist ohne weitere Vermittlung sprach- und kulturübergreifend zugänglich. »Mit dem ›FinsterWald‹ realisieren wir zum ersten Mal eine rein digitale Ausstellung in der GRIMMWELT. Das gibt uns entsprechende Möglichkeiten: Der Verzicht auf Sprache auf der Ebene der Information ermöglicht ein intuitives Erfahren und eröffnet Zugänge für Besucher jeden Alters, jeder Sprache und jeden Kulturkreises«, so Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT.

Heldenreise im FinsterWald

Wer die Schwelle zum »FinsterWald« überschreitet, verliert sich im märchenhaften Lichtspiel zwischen den Stämmen – ganz so, wie es Rotkäppchen erging. Dieser Wald ist ein lebendiges Wesen, wachsend und mäandernd zieht er den Besucher buchstäblich in seinen Bann. Der Weg zur magischen Lichtung ist bevölkert von rätselhaften Wesen, und sie zeigen uns, was tief in uns schlummert: In der multimedialen Rauminstallation gehen die Besucher auf ihre ganz persönliche, märchenhafte Heldenreise.

»In der Ausstellung erzählen wir von Verwandlungen, denn nur selten ist im Märchen eine Figur oder ein Ding genau das, was es scheint«, erklärt Mirko Zapp, Kurator der Ausstellung. Folgerichtig weist ein Irrlicht den Weg durch die nachtschwarze Szenerie. Bäume, Büsche, Höhlen - sogar ein Wasserfall mit Bach säumen den Weg, doch die Ausstellung verändert sich permanent: Wesen tauchen auf und verschwinden, mal stürmt es, mal regnet es, dann ist wieder der Mond am klaren Himmel zu sehen. Im Zentrum trifft der Besucher auf die magische Lichtung: Fünf riesige Stelen bilden eine Art mythischen Ritualraum. »Verwandlungen im Märchen stehen oft auch für innere Transformationsprozesse der Protagonisten«, so Mirko Zapp weiter. »Die Lichtung versetzt die Besucher an die Stelle eines Märchenhelden und sie erleben, wie es sich anfühlt, ein solches Abenteuer zu bestehen – allein im Wald, den Elementen ausgeliefert, umgeben von Dunkelheit und unheimlichen Wesen. Selbstverständlich fehlt auch das märchentypische gute Ende nicht.«

Das Bremer Produktionsstudio URBANSCREEN hat dafür eine Videosequenz entwickelt, die genauso assoziativ funktioniert wie der umgebende Wald – hier allerdings in realen Video-Bildern. Die Narration tritt zu Gunsten der Immersivität noch etwas weiter in den Hintergrund und der Besucher setzt sich einem Bilderstrudel aus, der ihn auf über 40 Quadratmetern Projektionsfläche umgibt. Die Sequenz enthält zahlreiche offene und versteckte Märchenzitate, das spannende aber ist: »Sie wirkt genauso, wenn man keins der Märchen (er)kennt. Die Ausstellung funktioniert ohne Vorwissen, am besten sogar, wenn der Kopf draußen bleibt,« so Mirko Zapp. Denn »FinsterWald« präsentiert keine konkreten Märchen, er liefert vielmehr Assoziationen und Bruchstücke von archetypischen Narrativen, sodass jeder Besucher seine eigenen Geschichten erleben kann.

Komponiert wurde der »FinsterWald« von URBANSCREEN, einem Produktionsstudio für interdisziplinäre Medienkunst aus Bremen. Das Studio ist bekannt für seine immersiven Installationen. »Einen digitalen Wald zu erschaffen war für uns gestalterisch und technisch äußerst spannend«, erzählt Majo Ussat, Geschäftsführer von URBANSCREEN. »Um hauptsächlich aus Schriftzeichen einen ästhetischen und lebendigen Wald wachsen zu lassen, haben wir einen eigenen dynamische Algorithmus entwickelt, bestehend aus Designelementen, Typographie und sich selbst generierenden Animationen.«

Mit über zehn Jahren Erfahrung bei der Umsetzung von komplexen Medienproduktionen haben URBANSCREEN u.a. bereits die Oper von Sydney, die Rice University in Houston, Texas, oder die Galerie der Gegenwart in Hamburg illuminiert.

Technikpartner der Ausstellung ist das Hamburger Unternehmen VISION TOOLS.

www.grimmwelt.de/finsterwald
www.urbanscreen.com

Pressekontakt:
GRIMMWELT Kassel gGmbH | Ansprechpartnerin: Manuela Greipel, Presse/Öffentlichkeitsarbeit/Marketing
T +49.561.59861921 | manuela.greipel(at)grimmwelt.de | www.grimmwelt.de

Laufzeit:
10.04.2019 – 06.10.2019

Öffnungszeiten:
Di – So von 10 bis 18 Uhr, Fr 10 bis 20 Uhr, Mo geschlossen

Eintritt:
Sonderausstellung »FinsterWald«: 5 €, erm. 3 €
Kombiticket Dauer- und Sonderausstellung: 10 €, erm. 7€

PRESSEMITTEILUNG

25.07.20119 - Auf Heldenreise durch den »FinsterWald« - Grimms Märchen neu erzählt

09.04.2019 - komplette Pressetexte zur Eröffnung (PDF)

09.04.2019 - Pressemitteilung zur Eröffnung (PDF)

09.04.2019 - Hintergrund und Beteiligte (PDF)

09.04.2019 - Begleitprogramm (PDF)

PRESSEBILDER

Die Fotos zum Download sind als JPGs mit 300dpi druckfähig. High Res schicken wir Ihnen gern per WeTransfer. Bitte senden Sie uns eine E-Mail an presse(at)grimmwelt.de.

Die Bilder sind honorarfrei im Kontext der Berichterstattung über die GRIMMWELT Kassel in Verbindung mit dem folgenden Nachweis zu verwenden: ©GRIMMWELT Kassel, Foto: N. Klinger

09.04.2019 - Pressebilder Teil 1 (ZIP, 22 MB)

09.04.2019 - Pressebilder Teil 2 (ZIP, 18 MB)

BEWEGTBILD

FinsterWald - Grimms Märchen neu erzählt

Filmausschnitte (Youtube)
Download Filmausschnitte (ZIP, 123 MB)

Making-of »FinsterWald« (Youtube)
Download Making-of »FinsterWald« (ZIP, 299 MB)

Kinotrailer (Youtube)

Mirko Zapp, Kurator

Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter

Saalzettel

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