2020: DOPPELTER GRUND ZUR FREUDE!

Im Jahr 2020 begehen wir ein Doppeljubiläum: Die GRIMMWELT Kassel feiert als weltweit größtes Ausstellungshaus zu den Brüdern Grimm am 4. September ihren 5. Geburtstag, zugleich jährt sich die Anerkennung der Kinder- und Hausmärchen als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Dieses doppelte Jubiläum ist Anlass für einen thematischen Jahresschwerpunkt, der sich inhaltlich der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmet.

Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT Kassel: „Fünf Jahre Grimmwelt; das sind weit über eine halbe Million Besucherinnen und Besucher – aus der Stadt, aus Hessen, aus Deutschland und der ganzen Welt. Ich sage es gerne: Die Ausstrahlung der Grimmwelt reicht von Kassel bis Korea und zurück. Dabei sind es die einzigartigen kulturhistorischen Themen, die Märchen und die Sprachforschung, die uns bis heute an den Brüdern Grimm faszinieren und auch in Zukunft ein breites Publikum ansprechen werden.“ Zugleich jährt sich die Anerkennung der Kinder- und Hausmärchen als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Das doppelte Jubiläum ist Anlass für einen thematischen Jahresschwerpunkt, der sich inhaltlich der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmet.

Videobotschaften und Grußworte zum 5. Geburtstag:

Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident:

„Liebe Besucherinnen und Besucher, herzlich willkommen in der Grimmwelt. Fünf Jahre gibt es die Grimmwelt jetzt und 15 Jahre gehören die Schriften der Brüder Grimm zum Weltdokumentenerbe. Zwei herausragende Ereignisse, die wir eigentlich mit einem großen Festakt begehen wollten. Das geht im Zeichen der Corona-Pandemie nicht, deshalb müssen wir es ein kleines Stück anders anlegen – trotzdem nimmt es nichts von der Bedeutung. Die Grimmwelt ist etwas ganz Einzigartiges: Virtuell, aber auch unmittelbar vor Ort, zeigen wir nicht nur die Geschichte der Brüder Grimm, sondern es ist viel viel mehr. Die Brüder Grimm sind eine Weltmarke. Sie haben mit ihren Märchen die ganze Welt erobert, hinter diesen Märchen steckt natürlich viel mehr. Sie sind sozusagen ein ganz besonderes Stück unserer Heimat und weit darüber hinaus. Es zeichnet uns und Kassel aus, dass wir dieses Erbe pflegen, und nicht nur nach hinten schauen, sondern natürlich auch nach vorne schauen.
Grimm, das waren auch diejenigen, die mit dem Grimm’schen Wörterbuch - dem Deutschen Wörterbuch - das umfassendste Wörterbuch der Deutschen Sprache vorgelegt haben. Sie sind sozusagen weit mehr als Märchenerzähler: Sie sind ein Grundstock unserer deutschen Sprache und damit auch unserer Kultur.
Die Grimmwelt verbindet gestern, heute und morgen. Das ist notwendig, wenn man verstehen will, warum die Dinge so geworden sind, wie sie heute sind, ist es gut, wenn man weiß wo man herkommt – damit man die Dinge ein wenig einordnen kann. Und es ist gut, wenn man diese Linien kennt, damit man einen Kompass für die Zukunft hat. Deshalb ist die Grimmwelt weit mehr als ein Museum – es ist etwas, wo man eintauchen kann, in die Geschichten, wo man die Geschichte erkennen kann und wo wir auch ein Stück von uns selbst erkennen können.
Das alles haben seit der Eröffnung der Grimmwelt schon über eine halbe Million Besucher erleben dürfen – und ich bin sicher, es werden noch ganz viele hinzukommen. Seien Sie nochmals herzlich willkommen geheißen! Der Grimmwelt viele Besucher und uns gemeinsam eine gute Zukunft!“

Christian Geselle, Oberbürgermeister der Stadt Kassel:

„Mit der GRIMMWELT wurde vor fünf Jahren in der Stadt Kassel ein ganz besonderer Ort für das Wirken der berühmten Brüder geschaffen. Es scheint, als hätte sie schon immer auf dem Weinberg gethront - so harmonisch fügt sich das Gebäude der GRIMMWELT in die Topografie und das historische Umfeld ein. Insbesondere im Sommer ist die GRIMMWELT ein beliebter Treffpunkt für die Kasselerinnen und Kasseler, zudem ein gern genutzter Veranstaltungsort. Dies gehört ebenfalls zu der Erfolgsgeschichte des auch bei Touristen beliebten Ausstellungshauses, das einen Einblick gibt in das weltweit bedeutende Werk sowie das gesellschaftliche und politische Wirken der berühmten Germanisten. Wahre Schätze sind hier zu entdecken, allen voran die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen, die zum Weltdokumentenerbe gehören. Die GRIMMWELT, sie ist ein Schatzkästchen unserer Stadt.“

Susanne Völker, Kulturdezernentin der Stadt Kassel:

„Mit der GRIMMWELT Kassel ist gemeinsam ein architektonisch, ästhetisch und inhaltlich neuer Impuls gelungen, der Kassels kulturelles Profil auf eigenständige Weise mitgestaltet. Ihre Würdigung und Vermittlung der Brüder Grimm in all ihren Facetten zieht Menschen seit ihrer Eröffnung weit über die Stadtgrenzen hinaus an. Dieses wunderbare Haus als Projekt- und schließlich Gründungsleiterin in seiner Entstehung und ersten Jahren der Öffnung für seine Gäste zu begleiten, war für mich auch persönlich eine prägende und bereichernde Zeit. Für die Zukunft wünsche ich der GRIMMWELT weiterhin viele gute Ideen und deren erfolgreiche Umsetzung für ein interessiertes und aufgeschlossenes Publikum, sowie unterstützende Netzwerke im besten Grimm’schen Sinne.“

Dorothée Rhiemeier, ehemals Leiterin des Kulturamts der Stadt Kassel (2007 bis 2017):

„Das wollte Kassel schon lange: Einen neuen Auftritt für „die Grimms“, für die weltberühmten Brüder, die so viel mehr als nur Märchensammler waren.
Die damit verbundenen Herausforderungen waren durchaus komplex - wie kann sich das Projekt bereichernd in die hochkarätige Kasseler Museumslandschaft einfügen, wie mit dem Fundus an „Flachware“ eine Ausstellung gestalten, die gleichermaßen Schulklassen wie Städtereisende begeistert und wie die Kakophonie der „Grimmianer“ (und sogar ein Bürgerbegehren) innerhalb eines eng gesetzten Zeitrahmens überwinden, damit die Finanzierung des Projekts nicht platzt?
Rückblickend war die Beantwortung dieser Fragen ein Geschenk an uns alle. Der Erfolg der GRIMMWELT hat sicher viele Mütter und Väter. Sie steht an einem Ort, an dem Natur, Architektur und Inhalt eine wunderbare Liaison eingehen. Ihr Ausstellungskonzept bietet unterschiedliche Zugänge und vielfältige Erfahrungen. Sie verknüpft gelungen Historie mit Gegenwart.
Doch zuvor brauchte es ein Team von Menschen mit Mut zum Aufbruch und mit einer neuen Haltung: Kooperation statt Abgrenzung, internationaler Anspruch statt provinzieller Bescheidenheit, Kommunikation statt closed shop. Qualität, Mut und Haltung sind die Garanten, davon bin ich überzeugt, für ein weiterhin erfolgreiches Wirken.
Herzlichen Glückwunsch zu 5 Jahren GRIMMWELT! Ich bin mir sicher, die Grimms haben uns noch viel zu sagen. Viel Erfolg auf dem weiteren Weg!“

Kilian Kada, geschäftsführender Gesellschafter bei kadawittfeldarchitektur und verantwortlich für Entwurf und Design:

„Wir gratulieren der Grimmwelt und ihrem ganzen Team herzlich zur 5-jährigen Erfolgsgeschichte. Als Architekten freuen wir uns, dass die Grimmwelt als Ausstellungshaus so wunderbar angenommen wird. Und mehr als das: Mit ihrer frei zugänglichen Dachterrasse ist ein öffentlicher Ort entstanden, der unabhängig von den Öffnungszeiten 24/7 von den Bürgern und Besuchern Kassels genutzt wird - sei es, um den Ausblick über die Besonderheiten der Stadt zu genießen, als gemeinschaftlicher Treffpunkt während der Museums- und Silvesternacht oder bei Yoga- oder Fitness-Stunden unter freiem Himmel. Die Grimmwelt ist ein nicht wegzudenkender Teil Kassels geworden – to be continued!“

Bertram Hilgen, ehemals Oberbürgermeister der Stadt Kassel (2005 bis 2017):

„Seit der Eröffnung der GRIMMWELT am 4. September 2015 steht endgültig fest, wer die Hauptstadt der Brüder Grimm ist: Es ist nicht Steinau an der Straße, nicht Marburg/Lahn oder Göttingen, auch nicht Berlin, wo sie beerdigt sind, sondern es ist Kassel, die Stadt, in der sie von 1816 bis 1829 gelebt und nach ihren eigenen Worten die „arbeitsamste und vielleicht fruchtbarste Zeit“ ihres Lebens verbracht haben.
Das große Besucherinteresse in den vergangenen fünf Jahren zeigt, dass die Faszination, die vom Leben der Grimms unverändert ausgeht, in der GRIMMWELT anspruchsvoll vermittelt wird. Diese Attraktivität durch eine Aktualisierung der Dauerausstellung und spannende Sonderausstellungen und -veranstaltungen zu erhalten, das wünsche ich der Stadt und der Leitung des Hauses. Und wenn das Torgebäude als frühere Wohnung der Grimms umgebaut wird, wäre das eine großartige Ergänzung!“

Petra Bohnenkamp, ehemals Pressesprecherin der Stadt Kassel (1990 bis 2020):

„Es war eine dankbare Aufgabe, die Realisierungsphase der GRIMMWELT Kassel in der Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten. Das Medieninteresse an diesem exzellenten Projekt war von Beginn an groß. Bundesweit, aber auch international, in China, Japan, den USA, wurde über das Kasseler Vorhaben berichtet. Und das war Gutes. Die intensiven Planungen: mit dem Standort Weinberg überaus gelungen. Die Zusammenarbeit des städtischen Kulturamtes und des Baudezernats mit den Architekten und den Kuratorinnen: geräuschlos. Der Bau: eine Punktlandung (mit einem für die Pressearbeit aufgeschlossenen Bauleiter, der für überraschende Termine seine Zeit und Kaffee bereitstellte). Das Ergebnis: ein in die Landschaft eingebettetes, funktionales und doch geheimnisvoll wirkendes Gebäude. Die Ausstellung: ein kunstvoll arrangiertes Angebot, die Brüder Grimm in der gesamten Breite ihres Schaffens wahrzunehmen. Das Publikum: gespannt und dann überwiegend begeistert. Unvergesslich: ein Abend auf der Dachterrasse!
Ein modernes Ausstellungshaus wie die GRIMMWELT Kassel muss und wird sich weiterentwickeln. Dafür wünsche ich diesem schönen Ort die zustimmende Anerkennung, die er bisher erfahren hat.“

Annemarie Hürlimann und Nicola Lepp, Kuratorinnen der Dauerausstellung der GRIMMWELT Kassel:

„VIELSTIMMEND: die vögel begrüssten vielstimmend den neuen tag
Heinse Ardinghello (1787) 1, 100.
Bei der Erarbeitung von Konzeption und Regie der GRIMMWELT war es für uns ganz entscheidend, sowohl der Vielschichtigkeit des Werkes der Brüder Grimm als auch den unterschiedlichen Interessen und Voraussetzungen eines breiten Publikums Rechnung zu tragen. Das Grimmsche Wörterbuch lieferte uns den konzeptuellen Leitfaden. Es ermöglichte, sprachkundliche, märchenhafte und biografische Aspekte unter einen Hut zu bringen. Gleichzeitig konnten wir durch die Glossarstruktur programmatisch mit ganz unterschiedlichen Vermittlungssprachen arbeiten. Das ist aus unserer Sicht immer noch ein tragfähiger Ansatz; die Arbeit daran, die fast drei Jahre dauerte, hat auch großen Spaß gemacht.
Für die Herausforderung, die GRIMMWELT weiter aktuell und für viele attraktiv zu erhalten, bieten die mehr als 300 000 Einträge des Wörterbuchs eine unversiegbare Inspirationsquelle. Sie machen den Kosmos der Brüder Grimm immer wieder anschlussfähig an die Gegenwart, wie etwa die erste ebenfalls von uns verantwortete Sonderausstellung «Im Dickicht der Haare» gezeigt hat.  
Viel Glück für die Zukunft!“

#Storytelling

Die Brüder Grimm sind die bekanntesten deutschen Märchensammler – und somit die »Godfathers of Storytelling« schlechthin. Ihre Märchen, Motive und Figuren gehören zum globalen kulturellen Gedächtnis und inspirieren Künstlerinnen und Künstler sämtlicher Disziplinen weltweit immer wieder aufs Neue. Die GRIMMWELT hat erzählerische Positionen aus allen Bereichen der bildenden Kunst für die Gruppenausstellung »Storytelling - Erzählende Kunst heute und morgen« gesucht. Über 400 Kunstschaffende aus 10 Ländern hatten sich für die Ausstellung beworben. Eine Jury wählte 22 Künstlerinnen und Künstler aus. Die geplante Ausstellung mit diesen Künstlern kann aufgrund der Pandemie leider aktuell nicht stattfinden. 

 

 

„Storytelling“ - eine Publikation über das Erzählen in der Kunst heute

Die GRIMMWELT Kassel feiert ihr fünfjähriges Jubiläum mit der Publikation „Storytelling“ (Verlag: modo, 256 Seiten, rund 120 Abb.) und hat sich damit ganz und gar dem Thema „Erzählen“ verschrieben.

Passend zum Jubiläum des Hauses forderte die GRIMMWELT Kassel bildende Künstlerinnen und Künstler auf, auf den Spuren der Brüder Grimm zu wandeln und innovative Werke der narrativen Kunst einzureichen. Aus über 400 Einreichungen zum Open Call suchte die Jury zweiundzwanzig internationale Kunstschaffende aus, die das Thema „Storytelling“ besonders treffend dargestellt haben.

Mit Geschichten Informationen übermitteln – das breit gefächerte Spektrum der vorgestellten Werke reicht von Malerei und Zeichnung über Skulptur, Installation und Fotografie bis hin zu elektronischen Medien. Einblick in die Entstehungsgeschichte der Werke und den künstlerischen Hintergrund geben neunzehn Interviews, in denen die Kunstschaffenden selbst zu Wort kommen. Ein Buch zum Ansehen und Lesen – prallvoll mit Geschichten.

Weitere Informationen zur Publikation finden Sie hier

 

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