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Die GRIMMWELT Kassel feiert 15 Jahre UNESCO-Weltdokumentenerbe:

Am 17. Juni 2020 jährt sich die Eintragung der Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm in die Liste des Weltdokumentenerbes zum 15. Mal. Sie sind das Herzstück der Dauerausstellung der GRIMMWELT Kassel. Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT: „Was die Kronjuwelen für London sind, sind die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm für Kassel. Seit 15 Jahren gehören sie laut UNESCO in Paris zum Gedächtnis der Menschheit – auf Englisch: „Memory of the World“ – und werden auf Deutsch als „Weltdokumentenerbe“ bezeichnet. Die Grimm’schen Handexemplare gehören genauso zum Weltdokumentenerbe wie das handschriftliche Tagebuch der Anne Frank (Anne Frank Haus, Amsterdam) oder das Archiv des Filmemachers Ingmar Bergmann (Swedish Film Institute, Stockholm). Die GRIMMWELT ist stolz darauf, seit ihrer Eröffnung im Jahr 2015 fünf Handexemplare in einer eigens gefertigten Vitrine zeigen zu dürfen – es sind bei Weitem die wertvollsten Exponate in der Dauerausstellung.“

Es handelt sich bei den Handexemplaren um die beiden Bände der ersten (1812) und der zweiten (1815) Auflage, wovon letztere noch einen eigenen Anmerkungsband erhielten. Es war hauptsächlich Wilhelm Grimm, der in zahlreichen Überarbeitungen den heute bekannten Stil der Kinder- und Hausmärchen schuf. „Jacob und Wilhelm Grimm überarbeiteten viele ihrer Werke immer wieder, selbst bereits gedruckte Bücher. Sie ließen deshalb die Kinder- und Hausmärchen für ihre Forschungszwecke in Bänden mit einem breiten Rand drucken, der Raum für handschriftliche Anmerkungen enthielt. Auf diesem kommentierten, änderten und ergänzten sie den gedruckten Text für weitere Auflagen, hielten aber auch die Namen derjenigen Personen fest, die ihnen die Märchen übermittelt hatten. Grausamkeiten wurden gestrichen, damit die Märchen kindgerechter wurden.“, erzählt Dr. Sabine Schimma, Mitarbeiterin im Bereich Ausstellungen/Publikationen der GRIMMWELT Kassel.

Für Forscher ist besonders der Anmerkungsband von 1822 mit seinen handschriftlichen Randnotizen interessant. "Diese sogenannten Handexemplare geben nicht nur wertvolle Einblicke in die frühe Redaktionsgeschichte der Märchen, sie bezeugen auch die unausgesetzten Forschungen beider Brüder zur Überlieferung der Volkspoesie und lassen dabei deren individuelle Anteile und Forschungsschwerpunkte sichtbar werden. Schließlich sind die Einträge zur Herkunft der Märchen die wichtigsten Hinweise auf die in den Druckfassungen nicht erwähnten Märchenbeiträger.", so Prof. Dr. Holger Erhardt, deutscher Germanist und Inhaber der Professur "Werk und Wirkung der Brüder Grimm" an der Universität Kassel.

Kulturgeschichtlich sind diese Bände besonders wertvoll, weil die handschriftlichen Eintragungen den Entstehungsprozess der Kinder- und Hausmärchen dokumentieren, gelten diese doch als erste systematisch und wissenschaftlich aufbereitete Märchensammlung weltweit. Das ist der Grund, weshalb die UNESCO die Handexemplare 2005 zum Weltdokumentenerbe erhob.

 

7 Fragen – 7 Antworten:

Warum haben die Grimms Kinder- und Hausmärchen gesammelt?

Mit den Kinder- und Hausmärchen und auch der Sagensammlung wollten sie zur Besinnung auf nationale Kultur und ihre Besonderheiten, besonders in der Zeit der napoleonischen Feldzüge beitragen.

Was ist ein „Handexemplar“?

Ein Handexemplar ist ein Sonderdruck (gedrucktes Buch) mit breitem Korrekturrand. Auf diesem tragen die Autoren bzw. Herausgeber Änderungen, Anmerkungen und Ergänzungen für die Überarbeitung ein. Es ist also eine Kombination aus gedrucktem und handgeschriebenem Wort. Diese mediale Kombination ist von Handschriften abzugrenzen, nach denen bei uns immer wieder gefragt wird, die wir aber nicht bieten.

Durch den Versuch einer originalgetreuen Wiedergabe waren die Bücher anfangs nur schwer zu lesen. Wilhelm Grimm überarbeitete immer wieder, um Literatur publikumsfreundlicher zu machen, Wilhelm setzte sich in diesem Punkt gegen Jacob durch, der die Märchen unbearbeitet lassen wollte.

Wie viele Handexemplare gibt es?

In der GRIMMWELT gibt es persönliche Arbeitsexemplare der Erstausgaben der beiden Teile der Kinder- und Hausmärchen 1812 und 1815 sowie der zweiten Ausgabe von 1819 und 1822 und dem dazugehörigen Anmerkungsband mit handschriftlichen Anmerkungen und Änderungen der Grimms.

Gibt es die Handschriften noch, nach denen die Bücher herausgegeben wurden?

Ja. Die Brüder haben diese Schriften Ende Oktober 1810 Clemens Brentano geschickt. Nach Brentanos Tod gingen die Schriften an einen Abt, der sie an das elsässische Trappistenkloster Ölenberg weitergab. Dort wurden sie im Ersten Weltkrieg wiederentdeckt. 1953 wurden die Handschriften in New York versteigert und von der Fondation Martin Bodmer in Cologny-Genf erworben. Bodmer (1899 – 1971) war Schweizer Privatgelehrter, Sammler und Mäzen. Sie befindet sich heute in der von ihm gegründeten Bibliotheca Bodmeriana in Cologny bei Genf.

Jacob Grimm hatte mehr als 48 Texte der Kinder- und Hausmärchen geschrieben (Zahl nicht mehr klar auszumachen), Wilhelm 14 und verschiedene Gewährsleute 7.

Warum wurden die Handexemplare von der UNESCO ins Weltdokumentenerbe aufgenommen?

 „Die „Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“ sind neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit am meisten verbreitete Buch deutscher Sprache. Sie sind zugleich die erste systematische Zusammenfassung und wissenschaftliche Dokumentation der mündlich überlieferten europäischen und orientalischen Märchentraditionen.

Die Grimm’schen Märchen wurden in über 160 Sprachen aller Erdteile übersetzt. Sie gleichen einem Hohlspiegel, der die durch mehrere Kulturen geprägten Märchentraditionen einfängt, in neuer Form zusammenfasst, bündelt und so zurückstrahlt, dass eine neue Tradition daraus erwächst und weltweite Wirkung entfaltet. Die Einzigartigkeit und globale Strahlkraft dieser Sammlung geht darauf zurück, dass die Brüder Grimm über deutsche und europäische Bezüge hinaus gingen und ein fast universelles Muster völkerübergreifender Märchenüberlieferung geschaffen haben.

Die bedeutendste erhaltene Quelle für die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Grimm’schen Märchen sind die Kasseler Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen mit zahlreichen eigenhändigen Ergänzungen und Notizen der Grimm-Brüder."

(Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission, www.weltdokumentenerbe.de)

Weitere Gründe für Aufnahme

  • Weil sich an ihnen die Schritte/Genese der Märchen ab der ersten Ausgabe 1812/1815 bis zur Ausgabe „letzter Hand“ 1857 nachvollziehen lassen. Besonders Wilhelm Grimm hat die Märchen immer wieder überarbeitet.

  •  Sie sind „Materialien zur Geschichte der deutschen Poesie“ (Hans-Georg Schede), diese Bücher sollten so unverfälscht wie möglich bewahren, was um 1800 als lebendig fortwirkende volkstümliche Erzähltradition verloren zu gehen schien. So enthält der erste Band der Kinder- und Hausmärchen noch philologische Anmerkungen

Welche vergleichbaren anderen Bücher sind dort auch enthalten?

Logbücher von James Cook, die Goldene Bulle und die Gutenberg-Bibel

Wie hoch ist die Auflage der Kinder- und Hausmärchen?

Erstauflage: 1. Bd. ca. 1.000 Exemplare, 2. Bd.: 1.000 Exemplare

 

Kurzbiographien

Prof. Dr. Holger Ehrhardt (*1964 in Sonneberg) ist ein deutscher Germanist und Hochschullehrer. Von 2012 bis 2018 war er Inhaber einer Stiftungsprofessur für Werk und Wirkung der Brüder Grimm an der Universität Kassel, seit 2018 ist er dortaußerplanmäßigen Professor für Germanistik mit dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Werk und Wirkung der Brüder Grimm.

Dr. Sabine Schimma (*1969 in Spremberg) ist seit 2017 Mitarbeiterin im Bereich Ausstellungen/Publikationen der Grimmwelt Kassel. Zuvor arbeitete sie an der Bauhaus-Universität Weimar und als Kuratorin in der Klassik Stiftung Weimar.

Peter Stohler (*1967 in Belp (CH)), studierte Kunst- und Filmwissenschaft und Kulturmanagement in Amsterdam, Basel, London und Zürich. Er war Kurator des Hauses für Kunst Uri in Altdorf (CH), Direktor des Centre pour l’Image Contemporaine in Genf (CH) und des Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona (CH). Von 2007 bis 2013 leitete er die Förderung von Kulturprojekten im Kanton Basel-Stadt. Seit 2019 Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT in Kassel.

 

Bildnachweise:

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Jacob und Wilhelm Grimms »Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen« von 1812/1815 sind in der GRIMMWELT zu sehen. ©GRIMMWELT Kassel, Foto: Daniel Rothen

obere Reihe v.l.n.r:

"Kinder- und Haus-Märchen.
Gesammelt durch die Brüder Grimm"

Handexemplare der Erstausgabe mit zahlreichen handschriftlichen Kommentaren, Anmerkungen und Ergänzungen
Berlin: Realschulbuchhandlung, Band 1 von 1812 (rechts) und Band 2 von 1815 (links)

untere Reihe v.l.n.r:

"Kinder- und Haus-Märchen.
Gesammelt durch die Brüder Grimm.
Mit zwei Kupfern"

Handexemplare der zweiten, vermehrten und verbesserten Auflage mit zahlreichen handschriftlichen Kommentaren, Anmerkungen und Ergänzungen
Berlin: Georg Reimer, Band 1 von 1819 (links) und 2 von 1822 (mittig), sowie Anmerkungsband (rechts)

 

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Kinder- und Hausmärchen mit handschriftlichen Notizen, ©Stadt Kassel

 

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Jacob und Wilhelm Grimms »Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen« von 1812/1815. ©Stadt Kassel

 

Presseinformationen zum Download hier

Über 400 Einreichungen im Open Call für die Gruppenausstellung »Storytelling« der GRIMMWELT Kassel

Die Sonderausstellung »Storytelling« vom 3. Juni bis 18. Oktober 2020 wird sich auf den Spuren der »Godfathers of Storytelling« Jacob und Wilhelm Grimm der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmen. Anlass ist das Jubiläum »5+15«: Die GRIMMWELT Kassel feiert als weltweit größtes Ausstellungshaus zu den Brüdern Grimm ihren 5. Geburtstag, zugleich jährt sich die Anerkennung der »Kinder- und Hausmärchen« als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird den thematischen Schwerpunkt »Storytelling« aus weiteren Perspektiven beleuchten.

Über 400 Einreichungen von 399 Künstlerinnen und Künstlern bzw. Kollektiven aus insgesamt 10 Ländern erreichten die GRIMMWELT in der sechswöchigen Ausschreibungszeit bis zum 31.12.2019.

»Die große Anzahl der Einreichungen zeigt uns, dass wir einen Nerv getroffen haben«, so Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT Kassel. »Es ist schön zu sehen, wie viele Künstlerinnen und Künstler die Brüder Grimm auch heute inspirieren. Wir freuen uns über die große und internationale Resonanz – sie zeigt deutlich, dass die GRIMMWELT und das Thema ›Storytelling‹ Strahlkraft über Kassel, Hessen und Deutschland hinaus entfalten.« Eingereicht werden konnten sowohl neue als auch bereits existierende Arbeiten zum Thema. »Rund 28 Prozent neue Arbeiten sind unter den Einreichungen, sodass wir auch als Inkubator und Wegbereiter wirken können. Bis zu 1.500 Euro Zuschuss konnten Künstlerinnen und Künstler für ihre Werke beantragen«, so Peter Stohler weiter.

Mit 357 Einreichungen liegt Deutschland erwartungsgemäß an der Spitze, gefolgt von der Schweiz (42) und Österreich (15). Aber auch Italien, Polen, Russland, die Türkei und USA sind mit einzelnen Einreichungen vertreten. Aus Bundeslandsicht liegt Berlin mit 76 Einreichungen knapp vor Hessen mit 72. Es folgen Nordrhein-Westfalen (49), Baden-Württemberg (40) und Bayern (37). Aus Kassel direkt kommen immerhin 42 Bewerbungen. Mit 250 Einreichungen oder rund 59 Prozent haben Frauen die Nase leicht vorn. Rund ein Fünftel der Einreichungen stammt aus der Altersgruppe unter 30 Jahren – der künstlerische Nachwuchs bezieht also Position.

Einen Schwerpunkt bei den Einreichungen bilden Malerei und Installationen mit jeweils 87 Einreichungen, also je 22 Prozent. Es folgen Audio/Video (63), Illustration (42), Fotografie (37) und Skulptur (27). Performances sind mit 16 Einreichungen vertreten.

Co-Kurator Hannes Brunner, Professor der Bildhauerei an der Weissensee Kunsthochschule Berlin, blickt gespannt auf die Jurysitzung Ende Januar: »Es ist natürlich eine große Freude aus einer so großen Zahl von Einreichungen die besten und passendsten Arbeiten herauszusuchen und zu kuratieren. Das Erzählen als Form der gegenseitigen Vermittlung zu verarbeiten ist auf jeden Fall sowohl entscheidendes Bedürfnis wie auch gestalterisches Mittel, um ›Wahrheit‹ in kulturgesellschaftlichem Spannungen weiterzugeben. Dies ist ganz im Sinne der Forschung und Arbeit der Brüder Grimm. Es verwundert deswegen kaum, dass auf die Ausschreibung ›Storytelling‹ so viele qualitativ gute Positionen eingegangen sind.«

Gerechnet wurde mit ca. 150 Einreichungen für die Gruppenausstellung. Klaus Siebenhaar, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin, erklärt sich die große Resonanz so:
»Die mit der Digitalisierung geschaffenen unbegrenzten Möglichkeiten des Publizierens haben den traditionellen Erzählformen zu neuer Popularität und Attraktivität verholfen: Das zeitgeistgemäße Storytelling bedient sich einerseits der relevanten wie bewährten Erzählmuster und -formate. Andererseits ergeben sich ganz neue, medientechnologisch bedingte Variationen und Erweiterungen wie Visual Storytelling, Multimedia-Storytelling oder Hypertext.«

Begleitprogramm
Im Rahmen des Begleitprogramms werden die gezeigten Werke und das Ausstellungsthema »Storytelling« mit musikalischen Live-Acts, zeitgenössischem Tanz, Poetry Slam, Theater oder Street Art kommentiert. Workshops für Kinder und Jugendliche stehen ebenfalls auf dem Programm.

Die Jury:
Joel Baumann ist seit 2013 Rektor der Kunsthochschule Kassel (KHK), außerdem Professor für Neue Medien an der KHK und Director des kreativen Kollektivs tomato, London. Er studierte Contemporary Media Practise (BA) und Hypermedia (MA) an der University of Westminster in London, UK. In seiner Arbeit konzentriert sich Joel Baumann auf das interaktive Moment, die strategischen Möglichkeiten im Einsatz digitaler Medien und dem Einfluss neuer Medien auf Gesellschaftsformen und Kommunikation. Seine Arbeiten werden im Kontext von Medienausstellungen und in den angewandten Bereichen von Branding und Werbung eingesetzt. Zu seinen Kunden zählen unter anderen Sony, Mitsubishi Motors, AOL, Sharp, Nokia und Redbull. Seine Arbeiten wurde zuletzt im Kasseler Kunstverein, im European Media Arts Festival (Osnabrück) und am Pavlov MediaLab in Groningen ausgestellt.

Hannes Brunner lehrt derzeit als Professor der Bildhauerei an der Weissensee Kunsthochschule Berlin. Bis 2008 war er Chairman des Fine Arts Motion Graphic Program NYIT, New York Institute of Technology, in Abu Dhabi, UAE; davor war er Professor für Projektkunst der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, wo er u.a. das Forschungsprojekt zu einem digitalen Campus ArtKnowledge.net initiierte. Er hat einen Abschluss der ETH Zürich in Architektur und ein Diplom in Fotografie und Bildhauerei der Kunsthochschule Kassel. Hannes Brunner favorisiert ephemere Materialien in Installationen. In seinen kontextbezogenen Kunstprojekten werden verschiedene Medien mit sozialen Prozessen kombiniert, von der digitalen Kommunikation hinein in den realen, physischen Raum. Die Projekte werden international in zeitgenössischen Kunsträumen gezeigt.

Peter Stohler
ist seit Anfang des Jahres neuer Geschäftsführer der GRIMMWELT und als Programmleiter auch für die programmatische Ausrichtung des Hauses verantwortlich. Er stammt aus der Schweiz, studierte in Zürich, Amsterdam und London Kunst- und Filmwissenschaft, Weiterbildungen im Kulturmanagement folgten. Als Beauftragter für Kulturprojekte des Kantons Basel-Stadt förderte er von 2007 bis 2013 Kunst, Film, Videokunst, Fotografie und Musik. Zuvor war er Kurator und Museumsleiter in Zürich, Genf und Altdorf. Bevor er in die GRIMMWELT wechselte, leitete er seit 2013 das Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona direkt am Zürichsee. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zu Kunst, Fotografie und Design der Gegenwart.

Manuela Greipel ist seit 2015 Teil des Teams der GRIMMWELT Kassel und verantwortet das Projektmanagement/Ausstellungen. Sie studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel und realisiert freiberuflich internationale und interdisziplinäre Projekte im In- und Ausland. Sie bewegt sich in den Bereichen Kultur- und Unternehmenskommunikation, sowie den Themenfeldern Gestaltung, digitale Medien und Kommunikation im Raum. Zudem erfüllt sie einen Lehrauftrag an der Hochschule Fulda.

Foto: Sascha Mannel

Erfreuliche Tendenz: Rund 80.000 Gäste haben 2019 die GRIMMWELT besucht, ein Plus von 5 Prozent

Für die GRIMMWELT Kassel ging das Jahr 2019 mit einem Plus von 3759 Besuchern gegenüber dem Vorjahr zu Ende, ein Zuwachs von 5%.

„Wir freuen uns über die positive Tendenz, zu der neben den Sonderausstellungen auch neue Veranstaltungsreihen wie die Märchenstunde mit rund 2.500 Zuhörern sowie die Zunahme externer Veranstaltungen beigetragen haben“, sagt Peter Stohler, Geschäftsführer der GRIMMWELT Kassel.
Insgesamt 78.850 Gäste kamen 2019 in die GRIMMWELT, davon 2.151 zu externen Veranstaltungen. 2018 waren es insgesamt 75.091 Gäste, davon 1.860 bei externen Veranstaltungen.

Erfolgreichster Monat (nach Abzug der Museumsnacht) war in 2019 der Oktober mit 7.411 Besuchern – allein die letzte Woche der Sonderausstellung „Finsterwald“ zog bis zum 6. Oktober 2.581 Gäste in die GRIMMWELT. Diese bisher erfolgreichste Sonderausstellung fand ein neues Publikum und begeisterte insgesamt rund 30.000 Besucher.

Die Museumsnacht am 7. September 2019 zog 11.973 Besucher ins Haus (2018: 18.306), das Wetter spielte 2019 leider nicht so gut mit wie im Vorjahr. Unter den eigenen Veranstaltungen übertraf das Konzert am 26. Januar 2019 mit dem palästinensisch-syrischen Pianist Aeham Ahmat, bekannt als der „Pianist in den Trümmern“, die Erwartungen deutlich und begeisterte rund 180 Besucher. Und auch bei Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss am 6. November 2019 waren es über 150 Gäste.
Die Anzahl externer Veranstaltungen stieg an auf insgesamt 63 Events, wodurch ein Besucherplus in diesem Segment von rund 15% erzielt werden konnte.

Foto: Sascha Mannel

Rückblick auf das Jahr 2019 und Ausblick auf das Jubiläumsjahr 2020, Vorschau 2021


Rückblick auf das Jahr 2019

Märchenstunde jeden Sonntag: über 2000 Besucherinnen und Besucher
Am 6.1.2019 startete die GRIMMWELT ihre neue Veranstaltungsreihe »Grimms Märchenstunde« mit über 120 Besuchern jeden Alters, die gebannt die mitreißende Präsentation der Märchenerzählerin Andrea C. Ortolano verfolgten. Von diesem Datum an wurden jeden Sonntag des Jahres Grimms Kinder- und Hausmärchen erzählt; insgesamt haben bis Ende Oktober 2019 über 2000 Menschen die Märchenstunde besucht.

Gerüchteküche jeden Monat
Ebenfalls neu kam 2019 »Grimms Gerüchteküche« dazu: ein launiger Rundgang über die Eigenheiten und Histörchen der Familie Grimm. Er endet – wie sollte es anders sein – mit Klatsch und Tratsch bei Kaffee und Kuchen und war regelmäßig lange im Voraus ausgebucht.

Die erfolgreichste Ausstellung der GRIMMWELT: »FinsterWald«
Von April bis Oktober 2019 zog die Ausstellung »FinsterWald« über 30 000 Besucher in die GRIMMWELT. Sie war damit die bisher erfolgreichste Sonderausstellung der GRIMMWELT. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Büro Urban Screen (Bremen) umgesetzt und von Mirko Zapp kuratiert. Am 22.11.2019 wurde die Ausstellung zudem vom Deutschen Designer Club im Wettbewerb »Gute Gestaltung 2019« in der Kategorie »Spaces« mit Bronze ausgezeichnet.

Farben im Märchen: aktuelle Ausstellung und thematische Publikation
Am 13.11.2019 startete die aktuelle Sonderausstellung »Rotes Käppchen, blauer Bart. Märchenhafte Farben und Experimente« mit einer Ausstellungseröffnung, die von über 200 Personen besucht wurde. Die Ausstellung gibt nun bis Ostern 2020 Einblicke in die Symbolik der Farben: So können die Besucher zum Beispiel in Frau Holles Goldregen eintauchen und ihren farbigen Schatten suchen.
Zur Ausstellung erschien die zweisprachige Publikation (Deutsch/Englisch) »Rotes Käppchen, blauer Bart. Farben im Märchen/Red Hood, Blue Beard: Colour in Fairy Tales« bei Arnoldsche Art Publishers in Stuttgart. Die 120 Seiten starke Publikation versammelt rund 60 Abbildungen und ein Essay von Sabine Schimma, Kuratorin der Ausstellung, sowie Interviews von Peter Stohler mit Sabine Lutkat, Caroline Capiaghi und Remo Alig, die jeweils persönliche Blickweisen auf das Thema präsentieren.

Besucherzahlen 2019
Insgesamt zeichnet sich ein leichtes Besucherplus ab. Bis Ende Oktober 2019 ist eine Steigerung von ca. 5% zu verzeichnen. Wegen schlechter Witterung ging jedoch die Besucherzahl der Museumsnacht um 6000 Besuche zurück. Ohne diesen Rückgang würde das Besucherwachstum zum heutigen Stand der Auswertungen gegenüber dem Vorjahr 19% betragen.


Ausblick auf das Jubiläumsjahr 2020

Doppeljubiläum: 5 Jahre GRIMMWELT, 15 Jahre Weltdokumentenerbe
Im Jahr 2020 begeht die GRIMMWELT ein Doppeljubiläum: Die GRIMMWELT Kassel feiert als weltweit größtes Ausstellungshaus zu den Brüdern Grimm ihren 5. Geburtstag, zugleich jährt sich die Anerkennung der Kinder- und Hausmärchen als UNESCO-Weltdokumentenerbe zum 15. Mal. Dieses doppelte Jubiläum ist Anlass für einen thematischen Jahresschwerpunkt, der sich inhaltlich der integrativen Kraft des Geschichtenerzählens widmet.
Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird sowohl die beiden Jubiläen würdigen als auch die künstlerischen Positionen der Sonderausstellung inhaltlich begleiten.

Neu im Jahr 2020:

12 × Märchenstunde international ab 5. Januar 2020
Die Märchenstunde wird 2020 international – auch, weil das Erzählen von Märchen eine weltweit verbreitete Tradition ist und seit 2016 in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört. Anlass genug also, um den Horizont der Märchenstunde zu erweitern und auch den französischen Feenmärchen, den arabischen Sagen aus 1001 Nacht, jüdischen Märchen, Beduinengeschichten und dem Pentamerone – dem »Märchen der Märchen« – Raum zu geben. Los geht es am Sonntag, 5. Januar 2020 um 11.30 Uhr allerdings erst einmal ganz heimatverbunden mit Grimms Märchen auf Kasselänerisch.

»Long Narratives Short«: Jahrestagung des internationalen Verbandes ICOM MPR
Im Jubiläumsjahr findet die Tagung des internationalen Verbandes ICOM MPR (Marketing und Public Relations, Präsident: Matthias Henkel) in Kassel (21.–23.9.2020) und in Berlin statt (24.–26.9.2020). Die Tagung für Museumsfachleute widmet sich den Techniken des Erzählens im Kulturbetrieb und bietet in Kassel drei Tage mit Referaten, Praxisberichten und Ausstellungsbesuchen, bevor sie nach Berlin weiterzieht.

Storytelling: Die GRIMMWELT sucht erzählerische Positionen
Die Brüder Grimm sind die »Godfathers of Storytelling«: Ihre Märchen und Figuren gehören zum globalen kulturellen Gedächtnis, haben große integrative Kraft und inspirieren Künstlerinnen und Künstler sämtlicher Disziplinen weltweit immer wieder aufs Neue. Eine Sonderausstellung (Juni–Oktober 2020) wird thematisch an die historischen Forschungen der Brüder Grimm anknüpfen und – wie es die GRIMMWELT als Institution durchwegs anstrebt – den Bogen zur Jetztzeit schlagen.
Noch bis zum 31.12.2019 können sich Künstlerinnen und Künstler beim Open Call der GRIMMWELT für die Teilnahme an der Gruppenausstellung »Storytelling« bewerben. Die Einreichungen werden juriert (Jury: Joel Baumann, Rektor Kunsthochschule Kassel, Manuela Greipel, Projektleiterin, Hannes Brunner, Peter Stohler) und vom Kuratorenduo Hannes Brunner (geb. 1956 in Luzern/Schweiz; Künstler, Professor für Bildhauerei an der Weißensee Kunsthochschule Berlin) und Peter Stohler (geb. 1967 in Belp/Schweiz, Kunst- und Filmwissenschaftler, Geschäftsführer und Programmleiter der GRIMMWELT) zu einer Schau zusammengestellt. Diese wird im rund 250 Quadratmeter großen Raum für Wechselausstellungen eingerichtet.

Die GRIMMWELT schenkt sich Blumen: Zusammenarbeit mit »Flower to Arts«
Zum Abschluss des Jubiläumsjahres 2020 schenkt die GRIMMWELT sich und den Besucherinnen und Besuchern Blumen. In Zusammenarbeit mit dem Verein »Flowers to Art/Blumen für die Kunst«, der seit vielen Jahren eine erfolgreiche Ausstellung in Zusammenarbeit mit Floristinnen und Floristen in Aarau (Schweiz) ausrichtet, kommen sowohl Blumen- als auch Grimmliebhaber auf ihre Kosten. Die Ausstellung mit verwelkenden Blumen ist auf kurze vier Wochen begrenzt (Dezember 2020 bis Anfang Januar 2021).

Vorschau 2021

Die Collagekünstlerin Sabine Hertig – eine besessene Bildersammlerin
Seit rund zehn Jahren arbeitet die Künstlerin Sabine Hertig (geb. 1982 in Basel/Schweiz) an Collagen, die sie seit ihren bescheidenen Anfängen zu riesenhaften, malerisch wirkenden Grossformaten gesteigert hat. Mit den Brüdern Grimm verbindet die an der Kunsthochschule in Basel ausgebildete Collagekünstlerin die Sammelleidenschaft und Besessenheit, mit der sie Tausende von Bildern aus Magazinen und Büchern ausschneidet, um daraus neue Werke zu schaffen. 2019 ist ein Film erschienen, der ihre Arbeitsweise dokumentiert (»Scrap – Exploring the Edge«, Regie: Angelo Lüdin, 65 Min.), und im Vorjahr eine erste, umfassende Publikation zu ihrem Werk (»Sabine Hertig. Scrap – Analoge Collagen«, Christoph Merian Verlag, Basel 2018). Die Ausstellung wird in der ersten Jahreshälfte 2021 zu sehen sein.

PRESSEPAKET zum Download (7MB)

Red Hood, Blue Beard

Fairy-tale colours and experiments in a new exhibition at GRIMMWELT Kassel, from 13.11.2019 to 13.04.2020

GRIMMWELT Kassel opens a new special exhibition „Red Hood, Blue Beard – Fairy-tale colours and experiments“ on 13.11.2019. It is devoted to a subject that has not previously been researched in any depth to date: the world of fairy tales is colourful, but mention of the colours themselves is surprisingly rare. Nevertheless – or perhaps for that very reason – they immediately catch the eye: white snow contrasts with red blood, a strange blue beard shines through the gloom, or a little red hood characterises an entire fairy-tale heroine. The exhibition „Red Hood, Blue Beard“ explores the symbolic, cultural and historic significance of colour, as well as creating a bridge between the colour research of Newton, Goethe, Runge or the Brothers Grimm and modern–day image consulting.

When the Brothers Grimm and the Hans Christian Andersen from Denmark published their famous collections of fairy tales, scientific research into the physics of colours and human vision was also booming: in 1810, Philipp Otto Runge and Johann Wolfgang von Goethe published the results of their colour research at the same time – and both men were writers or collectors of fairy tales. The world of fairy tales is colourful, but mention of the colours themselves is surprisingly rare. Nevertheless – or perhaps for that very reason – they immediately catch the eye: white snow contrasts with red blood, a strange blue beard shines through the gloom, or a little red hood characterises an entire fairy-tale heroine. The exhibition „Red Hood, Blue Beard“ explores the symbolic, cultural and historic significance of colour, as well as spanning the gap between the colour research of Newton, Goethe, Runge or the Brothers Grimm and modern-day image consulting. „The happy meeting of scientific research and creative imagination during the age of the Romantics inspired the exhibition to explore the significance of colours in fairy tales: why is Red Riding Hood’s headgear red, of all things, and why is a blue beard odd? „ says Peter Stohler, Director and Programme Manager of GRIMMWELT Kassel.

The world would be a sadder place without colours – grey, or maybe even completely black and white. Colours brighten up our lives and weave their own special magic, especially in fairy-tales. Although they are rarely mentioned, there are examples of colour everywhere: clothing, such as Little Red Riding Hood’s headgear, the equally famous hair colour of characters such as Snow White, Rapunzel and Bluebeard, and in solid form such as the gold nugget in Hans in Luck. „The symbolic, cultural and historic significance of colours has often developed in the course of several centuries. Whether it be in the works of the Brothers Grimm, Andersen or Goethe: colours are not chosen at random, but always have a deeper meaning“, says exhibition curator Dr. Sabine Schimma. However, this meaning is not always unequivocal, and it can be interpreted in many different ways, depending on the exact context in which the colour occurs. „This exhibition is a daring experiment: we are presenting the symbolism of individual colours by means of historical drawings and book illustrations, and visitors can experience them in simulations of Mother Hulda’s golden rain or the endless reflections of the German Romantics’ „blue flower” in the Mirror of Infinity“, Schimma adds. The exhibition is also inspiring on another level: fascinating 19th century experiments with colour, using prisms and coloured shadows, invite young and old visitors to participate in hands–on activities. The cheerful, colourful combination of fairy–tale illustrations, games and historical experiments guarantees an intriguing journey of discovery and exploration of a subject that – until now – has led a shadowy existence.


Exhibition duration:
13.11.2019 – 13.04.2020

Opening hours:
Tue – Sun 10.00 a.m. – 6.00 p.m., Fri 10.00 a.m. – 8.00 p.m., Closed Mondays.

Digital Press Kit and Photos:
https://www.grimmwelt.de/en/site/presse/


Press contact:
GRIMMWELT Kassel gGmbH | Contact person: Mirko Zapp, Press/Public Relations/Marketing
T +49.561.59861913 | mirko.zapp@grimmwelt.de | www.grimmwelt.de

Admission
10 €, reduced rate 7 €
Only Special exhibition: 5 €, reduced rate 3 €

PRESS RELEASES
11.11.2019 - Press Release (PDF)

11.11.2019 - Press Kit all Texts (PDF)

PRESS PHOTOS
Press photos are printable in 300 dpi. If high res is required, we will sent files using WeTransfer. Pleasse contact us presse(at)grimmwelt.de:

Press photos can be reprinted for free in the context of GRIMMWORLD and if source is cited: ©GRIMMWELT Kassel, Foto: N. Klinger

11.11.2019 - Press Photos (30 MB)

© N. Klinger

© N. Klinger

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Dr. Sabine Schimma, GRIMMWELT Kassel, Kuratorin der Ausstellung © N. Klinger

Peter Stohler, Geschäftsführer GRIMMWELT Kassel, Foto: Judith Schönenberger, Schweiz

Into the Dark Woods

A hero’s journey »Into the Dark Woods« – an exhibition entices visitors into a fairy-tale forest filled with light and shade. From 10.04.2019 in the GRIMM WORLD Kassel

18 powerful projectors, numerous loudspeakers and some 1.5 km of cable transform 330 square metres of exhibition area into a walk-in fairy-tale forest: Wednesday 10.04.2019 sees the opening of the new exhibition experience »Into the Dark Woods« in the GRIMM WORLD Kassel. The multi-media installation takes visitors on a fairy-tale hero’s journey in which they play a part. A special highlight: the exhibition requires neither language nor real exhibits, and can be understood across all languages and cultures.

On Wednesday 10.04.2019, GRIMM WORLD Kassel opens its new exhibition experience »Into the Dark Woods – Find your way through the fairy-tale forest to the magic clearing«.
18 powerful projectors, the same number of media players, numerous loudspeakers and around 1.5 km of cable transform 330 square metres of exhibition area into a walk-in fairy-tale forest of generative design. It took 300 hours to render the sequences, and the resulting production restarts every 20 minutes. As the exhibition narration is non-linear, visitors can join at any time. If you want to see every individual sequence all the way through, you will need more than three hours. The highlight of the immersive production is that the exhibition is accessible without mediation or interpretation, regardless of linguistic or cultural background.  »For the first time ever, GRIMM WORLD is staging a purely digital exhibition - ›Into the Dark Woods‹. This opens up various possibilities: as the exhibition does without speech as an information medium, the experience is intuitive – and accessible to visitors of all ages, regardless of linguistic or cultural background«, says Peter Stohler, Director and Programme Head of GRIMM WORLD.

A hero’s journey Into the Dark Woods

Once you have crossed the threshold and ventured »Into the Dark Woods«, you will soon be lost in the fairy-tale maze of light and shade between the trees – just like Little Red Riding Hood was, once upon a time. This forest is a living thing which grows and meanders this way and that, drawing the visitor in deeper and deeper to fall under its enchantment. The path to the magic clearing is inhabited by mysterious figures that show us what is slumbering in the depths of our soul: the multi-media installation takes us, the visitors, on our very own fairy-tale hero’s journey.
»The exhibition is all about transformation, because characters or objects in fairy tales are very rarely what they seem«, says Mirko Zapp, the exhibition curator. Appropriately enough, a will o’ the wisp lights the way through the pitch blackness. Trees, bushes, caves, and even a waterfall feeding a stream line the path, but the exhibition changes constantly: creatures and objects loom up and disappear again, sometimes it is stormy or rainy, and then the moon shines down from a clear sky. In the centre, the visitor reaches the magic clearing: five huge standing stones form a kind of mythical ritual temple. »In fairy tales, transformations often represent the inner transformation undergone by their protagonists«, Mirko Zapp goes on. »The clearing turns visitors into fairy-tale heroes or heroines who experience how it feels to undergo such an adventure – alone in the dark woods, exposed to the elements, surrounded by darkness and unearthly figures. Needless to say, everything ends well – just like a typical fairy tale.«
The production studio URBANSCREEN from Bremen has designed a video sequence that works in exactly the same associative manner as the surrounding forest – although these are real video images. Narration takes a back seat in favour of a more immersive experience in which the visitor is exposed to a whirlwind of images that surround him on a projection area of more than 40 square metres. The sequence contains many allusions – some direct, some hidden – to fairy tales, but the most intriguing thing, according to Mirko Zapp, is: »It is just as effective if you don’t know or recognise any of the tales. The exhibition works without any previous knowledge, and actually works best if you do not try to rationalise everything«. In fact, »Into the Dark Woods« does not present individual fairy tales, instead providing associations and fragments of archetypal narratives which enable visitors to experience their own stories.

»Into the Dark Woods« was composed by URBANSCREEN, a production studio for interdisciplinary media art from Bremen. The studio is renowned for its immersive installations. »Creating a digital forest was a really exciting challenge for us, as designers and from a technical point of view«, says Majo Ussat, Managing Director at URBANSCREEN. »In order to make an aesthetically pleasing, living forest grow mainly from printed characters, we developed our own dynamic algorithm, consisting of design elements, typography and self-generating animations. «
URBANSCREEN has more than ten years of experience in the implementation of complex media productions, and has already illuminated a number of buildings, including the Sydney Opera House, the Rice University in Houston, Texas, or the Gallery of Contemporary Art in Hamburg.  
VISION TOOLS from Hamburg is the exhibition’s technical partner.

www.grimmwelt.de/finsterwald
www.urbanscreen.com

Press contact:
GRIMMWELT Kassel gGmbH | Contact person: Mirko Zapp, Press/Public Relations/Marketing
T +49.561.59861913 | mirko.zapp@grimmwelt.de | www.grimmwelt.de

Duration:
10.04.2019 – 06.10.2019

Opening times:
Tue – Sun from 10 a.m. to 6 p.m., Fri 10 a.m. to 8 p.m., closed Mon.

Admission
Special exhibition »Into the Dark Woods«: 5 €, reduced rate 3 €
Combiticket for permanent and special exhibition: 10 €, reduced rate 7 €
www.grimmwelt.de

PRESS RELEASES

09.04.2019 - complete press kit (text) (PDF)

09.04.2019 - press release (PDF)

PRESS PHOTOS
Press photos are printable in 300 dpi. If high res is required, we will sent files using WeTransfer. Pleasse contact us presse(at)grimmwelt.de:

Press photos can be reprinted for free in the context of GRIMMWORLD and if source is cited: ©GRIMMWELT Kassel, Foto: Nils Klinger

09.04.2019 - press photos part 1 (ZIP, 22 MB)

09.04.2019 - press photos part 2 (ZIP, 18 MB)

Mirko Zapp, Kurator

Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter

Saalzettel

UNBOXING – Tell Me Your Stories

31st August 2018 – 13th January 2019

At GRIMM WORLD Kassel, visitors can follow the traces of Jacob and Wilhelm Grimm, the famous fairy-tale collectors and linguists. The exhibition centre, which opened in 2015, was immediately selected as one of the ten best museums in the world by the English Guardian newspaper and numerous other prizes followed. The exhibition exploits the many technical possibilities of our age and presents Grimm’s Fairy Tales excitingly, graphically and interactively. Valuable originals, for example first editions of their “Children’s and Household Tales”, are on show in the exhibition’s treasure chamber. Jacob und Wilhelm Grimm’s personal working copies with their handwritten notes dating from 1812/1815 were declared to be Memory of the World documents by UNESCO-in 2005. The exhibition is structured like a glossary. Definitions from the “German Dictionary” show visitors the way. A total of 25 topic areas can thus be explored from A to Z. Interactive exhibition formats and historical evidence make GRIMMWELT a place of learning by discovery and active experience across a surface area of 1,300 m².

Arriving, unpacking, getting to know others and taking part – that is what you need to do in new surroundings so that you can feel at home, no longer an outsider. Everyone has experienced a situation like this, but it is especially strong for refugees who are confronted with a different culture and language after flight or expulsion. The GRIMM WORLD has created a multimedia box with didactic materials which help people to get acquainted and to converse with each other. All over the world there is a tradition of storytelling, and this is the basis for methods which have been developed and tested to enable refugees and people with a migrant background to participate socially. Now the GRIMM WORLD’S latest temporary exhibition presents these methods of "unboxing" from the model project "Tell Me Your Stories". The exhibition invites you to explore, participate and be active – get out of the box and get involved!

The entire material will be available as a free download in September:
www.grimmwelt.de/erzaehlmirdeinegeschichten

The project is sponsored by the Federal Government Commissioner for Culture and the Media.

Unboxing – Tell Me Your Stories
31st August 2018 – 13th January 2019
GRIMMWELT, Weinbergstraße 21, 34117 Kassel

www.grimmwelt.de


PRESS RELEASE

UNBOXING - Tell Me Your Stories

PRESS ACCREDITATION

Registration at ARTEFAKT Kulturkonzepte

PRESS PHOTOS

Please download Photos and Illustrations with Mouse Right Click.

 

 

GRIMMWELT Kassel, neue Sonderausstellung: UNBOXING – Erzähl mir Deine Geschichte/n 31. August 2018 bis 13. Januar 2019

GRIMMWELT Kassel Foto: Nikolaus Frank © GRIMMWELT Kassel

Assoziative Klecksbildgeschichten. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Videoanleitungen für Kennenlernspiele. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Märchenbuch in 13 Sprachen. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Rhythmen trommeln. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Blick in die Ausstellung. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Verwandlung in ein Fantasiewesen mit dem Bone-Tracker. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Interaktives Kochbuch. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Märchenbuch in 13 Sprachen. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Die Methodenbox: Kostenlose Materialien für die Arbeit mit Geflüchteten. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Die Methodenbox: Kostenlose Materialien für die Arbeit mit Geflüchteten. © GRIMMWELT Kassel, Foto: Nikolaus Frank

Dachterrasse GRIMMWELT Kassel Workshop: Die Stadtmusikanten - zählen / erzählen © GRIMMWELT Kassel

Workshop: Wenn Tiere sprechen könnten © GRIMMWELT Kassel

Workshop: Fantastische Architekturen © GRIMMWELT Kassel

Workshop: Fantasiewesen erfinden © GRIMMWELT Kassel

Workshop: Fantasiewesen erfinden Foto: Mario Strahl © GRIMMWELT Kassel

Märchenwimmelbild Illustration: Stella Dreis © GRIMMWELT Kassel

Dornröschen Illustration: Stella Dreis © GRIMMWELT Kassel

Hänsel und Grethel Illustration: Stella Dreis © GRIMMWELT Kassel

Klecksbild Illustration: Seulki Claire Kim © GRIMMWELT Kassel

Workshop: Meine Familie Illustration: Amberpress © GRIMMWELT Kassel

Workshop: Meine Familie Illustration: Amberpress © GRIMMWELT Kassel

Workshop: Meine Familie Illustration: Amberpress © GRIMMWELT Kassel

Rezeptkarte Polomorg llustration: Markus Lefrançois © GRIMMWELT Kassel

Rezeptkarte Umosch llustration: Markus Lefrançois © GRIMMWELT Kasse

Susanne Völker, Kulturdezernentin der Stadt Kassel und ehemalige Leiterin der GRIMMWELT ©GRIMMWELT Kassel

GRIMMWELT Kassel Installation: Rotkäppchen Foto: Nikolaus Frank © GRIMMWELT Kassel

GRIMMWELT Kassel Installation: Hexenhaus Foto: Nikolaus Frank © GRIMMWELT Kassel

Brüder Jacob und Wilhelm Grimm © Stadt Kassel

Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen UNESCO-Weltdokumentenerbe © Stadt Kassel

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