Grimm

Die Brüder Grimm

Jacob und Wilhelm privat

Man kennt sie von Abbildungen ernst und in schwarz-weiß. Interessant daher, dass Jacob schwarze Kleidung verabscheute und ein Faible für bunte Farben, insbesondere bunte Schuhe hatte. Überhaupt wird ihm nachgesagt, dass er zu Extremen neigte – sowohl was seine Arbeit anging als auch im Alltäglichen. Sein Schritt war schnell, sein Blick fokussiert, er war ein guter Beobachter.

Ungerechtigkeiten konnte er schwer ertragen und wehrte sich schon als Schüler schriftlich gegen diese. Er war ein resoluter, unkonventioneller, aber zurückhaltender Mensch, dem es schon Unbehagen bereitete, wenn er laut lachen musste. Jacob drängte es förmlich, zu ordnen, was ihm in den Blick geriet. Richtig wohl fühlte er sich, wenn er allein inmitten seiner geliebten Bücher war.

Die Brüder Grimm, ©Stadt Kassel

GEBRÜDER , alte pluralische bildung zu bruder, gebraucht, wo die zusammengehörigkeit besonders bezeichnet werden soll. – Jacob und Wilhelm Grimm, in Ihrem Leben und Schaffen eng verbunden, verwendeten nie die Bezeichnung »Gebrüder Grimm«. Sie publizierten gemeinsam oder einzeln unter Jacob Grimm und Wilhelm Grimm oder nannten sich selbst Brüder Grimm.

Nachdem er in der Kindheit alle Kinderkrankheiten durchgemacht hatte, war seine Gesundheit bis ins Alter stabil. Später ließ sein Gehör nach, was ihn kaum störte, weil er seinen Augen die wesentliche Bedeutung zumaß, und als sich schließlich Gesundheitsbeschwerden einstellten, wurde er ein eher unleidlicher Patient.

Forschen können, frei von finanziellen Sorgen dies war ein Traum für die fleißigen Brüder.

Wilhelm war nicht nur von Geburt her der beinahe ewig Zweite. Keinesfalls weniger klug, aber seit der Schulzeit gesundheitlich schwächer als sein älterer Bruder, benötigte er auf seinem Ausbildungs- und Berufsweg meist etwas länger. Wilhelm blieb in seinen Leistungen nicht hinter Jacob zurück, aber er musste sich Zeit nehmen – beim Spazieren in der Natur, beim Reisen, für notwendige Kuraufenthalte, bis zur ersten Anstellung. Wie Jacob war Wilhelm »bücher- und lesesüchtig«.

Jacob ging rasch, Wilhelm langsam – zusammen sind sie nie (spazieren) gegangen.

Anders als sein stiller Bruder mochte er auch Musik. Er war ein freundlicher, geselliger Mensch und schließlich derjenige, der »Dortchen« Dorothea Wild heiratete, die nach längerer Männerwirtschaft im Hause Grimm endlich wieder für alle den Haushalt führte. – Wilhelm Grimm war ein gefühlsbetonter Geduldsmensch, während der resolute Jacob Grimm als unangefochtener Familienvorstand galt.

Die Geschwister: Die Lebensgeschichte der weltberühmten Brüder Jacob und Wilhelm Grimm war eng mit ihren Geschwistern verbunden. Bruder Carl machte als einziger eine kaufmännische Ausbildung, hatte aber in seinem Beruf kein großes Glück. Als Sprachlehrer und Herausgeber einer Abhandlung über die doppelte Buchführung konnte er dann endlich seinen Lebensunterhalt verdienen. Die Brüder Ferdinand und Ludwig Emil durften wieder das Gymnasium besuchen. Der dichterisch begabte Ferdinand wurde auf Familiengeheiß hin Korrektor in einer Berliner Buchhandlung, während Ludwig Emil die Kunstakademie in Kassel besuchte. Ferdinand starb, ohne großen Dichterruhm erlangt zu haben, als erster der fünf Brüder. Ludwig Emil wurde ein anerkannter Maler, Zeichner und Illustrator, der auch wichtige Informationen über das Grimm’sche Leben festhielt. Nachzügler war die Schwester »Lotte« Charlotte, die erst drei Jahre alt war, als der Vater starb. Nach dem Tod der Mutter führte Lotte bis zu ihrer Heirat 14 Jahre lang den Grimmschen Haushalt.

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